Rabattfreibetrag von Arbeitnehmern

Rabattfreibetrag von Arbeitnehmern

Gibt’s auch im Ruhestand


Rabattfreibetrag ist wahrscheinlich eine Bezeichnung, die die meisten Deutschen noch nicht kennen. Hinter dem sperrigen Wort verbirgt sich jedoch eine durchaus lohnende Steuerbefreiung. Rabattfreibetrag bedeutet nämlich, dass Waren oder Dienstleistungen, die ein Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverhältnisses vom Chef erhält, bis zu einem Betrag von 1.080 Euro im Jahr steuerfrei sind.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit es mit der Steuerbefreiung klappt wird lediglich vorausgesetzt, dass der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer herstellt, vertreibt oder erbringt. Es muss sich also um Waren oder Dienstleistungen handeln, die ansonsten auch zum Gegenstand des Unternehmens gehören. Weiterhin darf der Bezug dieser Dinge nicht pauschal versteuert werden.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist der sich nach Abzug der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte ergebenden Vorteil steuerfrei, soweit sie aus dem Dienstverhältnis insgesamt 1.080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.

Der entschiedene Steuerstreit

Vor dem Finanzgerichts München ging es aktuell um einen Ruheständler, der von einer Tochtergesellschaft seines früheren Arbeitgebers verbilligt Strom bezog. Das Finanzamt wollte jedoch für den verbilligten Strom den Rabattfreibetrag nicht gewähren, sondern die Vergünstigung komplett als zu versteuernden, geldwerten Vorteil ansetzten.

Die Begründung des Fiskus: Einmal wurde der Strom nicht direkt vom früheren Arbeitgeber bezogen und zum anderen kann der Rabattfreibetrag nur in einem aktiven Dienstverhältnis gewährt werden.

Klare Entscheidung des Gerichts

Dieser Auffassung widersprechen jedoch die Richter des Finanzgerichts München vehement. Zunächst erklärt das Gericht, dass auch der elektrische Strom als Ware gelten kann. Auch sehen die Richter kein Problem darin, dass der Strom nicht direkt vom früheren Arbeitgeber geliefert wurde.

Konkret urteilen sie dazu: Dem Rabattfreibetrag unterliegt auch die verbilligte Lieferung elektrischen Stroms an ehemalige Arbeitnehmer eines Stromnetzbetreibers durch eine Tochtergesellschaft, da der Stromnetzbetreiber bei wertender Betrachtung als Hersteller des von seinem ehemaligen Arbeitnehmer bezogenen Stroms anzusehen ist.

Aktive Tätigkeit nicht nötig

Hervorzuheben an der Entscheidung aus München ist, dass die Richter es beim Rabattfreibetrag als vollkommen unerheblich einordnen, ob der Arbeitgeber den Sachbezug während der aktiven Tätigkeit des Arbeitnehmers oder während des Ruhestands zu Versorgungszwecken gewährt. Dies ermöglicht im Endeffekt, dass Ruheständler auch noch vom Rabattfreibetrag profitieren können.

Zu guter Letzt noch eine positive Besonderheit aus verfahrensrechtlicher Sicht: eine Revision wurde nicht zugelassen – somit ist die Entscheidung so gut wie endgültig. Es sei denn, binnen der nächsten Monate wird noch eine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Dies bleibt es nun abzuwarten.

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