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Selbständige & Unternehmer

Selbständig ist nicht gleich selbständig


Im Steuerrecht kann man als sogenannter „Selbständiger“ Gewerbetreibender sein, Freiberufler oder sonstiger Selbständiger.

Eine Abgrenzung ist nicht immer leicht. 

Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Diese Art von Einkünften erzielen Sie, wenn:

  • Sie selbständig tätig sind– also in eigener Verantwortung weisungsunabhängig und kein Arbeitnehmer. Entscheidend ist, dass Sie das wirtschaftliche Risiko sowie den Erfolg und Misserfolg tragen.
  • Sie  diese Tätigkeit nachhaltig ausüben. Ein einmaliges Handeln führt nicht zu Einkünften aus Gewerbebetrieb; vielmehr muss die Absicht vorliegen, die Tätigkeit zu wiederholen und daraus eine selbständige Erwerbsquelle zu machen.
  • Sie  die Absicht Gewinn zu erzielen haben.
  • Sie  sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligen, d.h. Sie bieten Ihre Leistungen der Allgemeinheit zum Kauf an.
  • Ihre Tätigkeit nicht zur Land-und Forstwirtschaft gehört, selbständigen Arbeit, nichtselbständigen Arbeit und zur Vermögensverwaltung.

Wer sind diese „Selbständigen“?

Sie erzielen Einkünfte aus selbständiger Arbeit, wenn

  • Sie selbständig (also nicht als Arbeitnehmer) tätig sind und
  • es sich bei Ihrer Arbeit um eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit handelt oder
  • es sich um einen Katalogberuf oder um eine dem Katalogberuf ähnliche Tätigkeit handelt.

Ob Sie einen Katalogberuf oder eine den Katalogberufen ähnliche Tätigkeit haben  bzw. aufnehmen möchten, lesen Sie hier.

Arten der Gewinnermittlung

Hier fangen die Unterschiede zwischen Gewerbebetrieb und Selbständigkeit an. Denn wie Sie Ihren Gewinn ermitteln müssen, hängt davon ab, ob Sie Freiberufler, Gewerbetreibender oder Land-und Forstwirt sind.

Nach dem Handelsgesetzbuch sind alle Gewerbetreibenden zur Buchführung verpflichtet, wenn das Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.

Alle Freiberufler und nicht buchführungspflichtigen Gewerbetreibenden und Land-und Forstwirte können ihren Gewinn wahlweise auch durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Aber auch wenn keine Verpflichtung zur Buchführung besteht, kann der Gewinn über eine Buchführung ermittelt werden. Es gelten dann allerdings die in der Regel strengeren Vorschriften des Handelsgesetzbuches.

Buchführung vs. Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Wie wird der Gewinn ermittelt?

Von Soll an Haben hat jeder schon mal gehört. Aber wie kommt man auf den Gewinn? Bei einem Buchführungspflichtigen wird zur Ermittlung des Gewinns ein Betriebsvermögensvergleich durchgeführt.

Dabei wird das Betriebsvermögen (positive Vermögensgegenstände – negative Vermögensgegenstände) am Schluss des laufenden Wirtschaftsjahres mit dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres verglichen. Die sich daraus ergebende Betriebsvermögens-Änderung wird dann noch um Privatentnahmen erhöht und um Privateinlagen gemindert.

Das Ergebnis ist der Gewinn des laufenden Wirtschaftsjahres.

Unterschiede der Gewinnermittlungsarten

Was genau unterscheidet die Einnahmen-Überschuss-Rechnung vom Betriebsvermögensvergleich?

Das Wesen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung besteht in der Gegenüberstellung der im Wirtschaftsjahr zugeflossenen Betriebseinnahmen und der abgeflossenen Betriebsausgaben. Was gibt es demnach nicht: Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten.

Umsatzsteuer: Eine Steuer, die (fast) alle trifft

Als Gewerbetreibender oder Freiberufler sind Sie grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Sie müssen also für Ihre Lieferungen und Leistungen Umsatzsteuer erheben und an das Finanzamt abführen. Wer umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringt, ist ein Unternehmer nach dem Umsatzsteuergesetz.

Für die Umsatzsteuer macht es keinen Unterschied, ob es sich einkommensteuerrechtlich um eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit handelt.

Aber wie es zu jeder Regel eine Ausnahme gibt, muss auch nicht jeder Unternehmer Umsatzsteuer zahlen. Für wen diese Ausnahmeregelung gilt, lesen Sie hier.

Vorsteuer: Für Ihr Unternehmen nur noch netto

Als Unternehmer können Sie von der Umsatzsteuer, die Sie für Ihre Umsätze schulden, die Umsatzsteuerbeträge – sogenannte Vorsteuer – abziehen, die Ihnen andere Unternehmer für ausgeführte steuerpflichtige Umsätze offen in Rechnung gestellt haben.

Ein Vorsteuerabzug kann jedoch nur erfolgen, wenn er auf Umsätze entfällt, die für das Unternehmen bestimmt sind.

Wird ein Gegenstand sowohl betrieblich als auch privat genutzt, kann zwar die gesamte Vorsteuer abgezogen werden, die private Nutzung ist jedoch als unentgeltliche Wertabgabe (Eigenverbrauch) steuerpflichtig. Im Ergebnis wird so der Vorsteuerabzug entsprechend korrigiert.

Die Rechnungsausstellung

Erbringen Sie als Unternehmer Leistungen an einen anderen Unternehmer, hat dieser Anspruch auf eine korrekte Rechnung mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer. Schließlich will er ja die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer absetzen. Welche Angaben Ihre Rechnungen unbedingt enthalten sollten, lesen Sie hier.

Rund um die Umsatzsteuer

Wann entsteht die Umsatzsteuer?

Grundsätzlich entsteht die Umsatzsteuer mit der Ausführung der Lieferung oder der Leistung an den Kunden, nicht erst zu dem Zeitpunkt, zu dem der Rechnungsbetrag auf Ihrem Konto eingeht.

Im Umsatzsteuerrecht spricht man dabei von einer Besteuerung nach vereinbarten Entgelten oder der sogenannten Sollversteuerung.

Bei kleinen und mittleren Unternehmen kann diese Besteuerungsart jedoch schnell zu finanziellen Schwierigkeiten führen, da Sie die Umsatzsteuer dem Fiskus vorlegen müssen. Zur Vermeidung finanzieller Engpässe ist Freiberuflern (unabhängig vom Umsatz) und Gewerbetreibenden mit einem Vorjahresumsatz ohne Umsatzsteuer bis 500.000 Euro auf Antrag eine Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten oder Ist-Besteuerung gestattet.

Die Umsatzsteuer entsteht demnach erst dann, wenn der Rechnungsbetrag auf Ihrem Konto eingeht.

Wie ist die Umsatzsteuer abzuführen?

Die Umsatzsteuer melden Sie in einer Umsatzsteuer-Voranmeldung bei Ihrem Finanzamt an. Im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung verrechnen Sie die Vorsteuer mit der Umsatzsteuer für die von Ihnen ausgeführten Umsätze.  Die in der Umsatzsteuer-Voranmeldung selbst errechnete Umsatzsteuer überweisen Sie dann an Ihr Finanzamt.

In welchen zeitlichen Abständen Sie eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abzugeben haben, lesen Sie hier.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist grundsätzlich elektronisch per ELSTER an das Finanzamt zu übermitteln, ausgenommen sind Härtefälle. Weiterhin geht die elektronische Übermittlung seit September 2013 nur noch mit einem Softwarezertifikat. Dazu ist eine Registrierung im ELSTER-Portal der Finanzverwaltung erforderlich.

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Bei den unterjährigen Umsatzsteuer-Voranmeldungen bleibt es natürlich nicht. Nach Ablauf des Kalenderjahres ist noch eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung abzugeben. Auch hier berechnen Sie die Steuer selbst.

Frist für die Abgabe: wie bei der Einkommensteuer – am 31.05. des Folgejahres. Die Abgabe hat in elektronischer Form zu erfolgen.

Warten Sie nicht auf einen Steuerbescheid – wie bei der Einkommensteuer. Einen Umsatzsteuerbescheid erhalten Sie nur, wenn das Finanzamt von der in Ihrer Steuererklärung selbst berechneten Steuer abweicht. In allen anderen Fällen erhalten Sie lediglich eine Mitteilung, dass Ihrer Steuererklärung zugestimmt wurde.

Ergibt sich in Ihrer Umsatzsteuer-Jahreserklärung eine Abschlusszahlung, ist diese innerhalb eines Monats nach Abgabe der Erklärung beim Finanzamt fällig. Eine gesonderte Zahlungsaufforderung durch das Finanzamt erfolgt nicht.

Gewerbesteuer

Nur ein Thema für Gewerbetreibende – der wohl gravierendste Unterschied. Während die Umsatzsteuer Gewerbetreibende als auch Freiberufler trifft, bleiben die Freiberufler von der Gewerbesteuer verschont.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Grundlage für die Berechnung der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag. Gewerbeertrag ist der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes ermittelte Gewinn aus Gewerbebetrieb. Von dem Gewerbeertrag sind jedoch eventuell noch Hinzurechnungen und Kürzungen vorzunehmen.

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