Rechnung vom Handwerker

Anrechnung von Versicherungserstattungen


Ausgaben für den Handwerker sind mit 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr, direkt von der Steuerschuld abziehbar. Begünstigt sind nur reine Arbeitskosten. Aber auch in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer wirken steuermindernd. Nicht begünstigt sind hingegen Kosten für Material und sonstige gelieferte Waren.

Doch was ist mit Erstattungen von der Versicherung? Diese müssten doch auf die berücksichtigungsfähigen Handwerkerkosten angerechnet werden. Für die Finanzverwaltung ist der Fall schon seit 2007 klar: Fallen Handwerkerleistungen im Zusammenhang mit Versicherungsschadensfällen an, werden diese nur berücksichtigt, soweit sie nicht von der Versicherung erstattet werden. Dabei müssen Sie auch Versicherungsleistungen anrechnen, mit deren Erstattung Sie erst im kommenden Jahr rechnen (BMF-Schreiben vom 10.01.2014).

Steuerzahler muss wirtschaftlich belastet sein

Nun hat das Finanzgericht Münster die Sicht der Finanzämter bestätigt und entschieden, dass Versicherungsleistungen den Ermäßigungsbetrag mindern, etwa bei einem Wasserschaden. Denn die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen setze eine wirtschaftliche Belastung durch die Handwerkerkosten voraus. Daran fehle es, wenn die Versicherung die Handwerkerkosten erstattet.

„Die Leistung der Versicherung verhindert das Entstehen von Aufwendungen.“ Darin liege auch keine Ungleichbehandlung mit nicht versicherten Häuslebesitzern, die den Schaden aus eigenen Mitteln bezahlen. Eine wirtschaftliche Belastung ergebe sich auch nicht aus den gezahlten Versicherungsbeiträgen, weil durch diese nicht die Versicherungsleistung angespart werde. Der Anspruch auf Schadensregulierung bestehe unabhängig von der Gesamthöhe der eingezahlten Beiträge (Aktenzeichen 13 K 136/15 E).

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Egal ob Maler oder Klempner. Auf welche Dinge Sie rund um den Handwerker noch achten sollten, erklärt Ihnen unser Video:

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