Reise-Trolleys

Reise-Trolleys

Als Werbungskosten absetzbar


Wer dienstlich unterwegs ist, muss dienstliche und private Kleidung sowie persönliche Reiseutensilien, wie Reisewecker, Rasierapparat, Toilettenartikel usw., mitnehmen. Dazu bedarf es eines Reisekoffers, heutzutage eines modernen Business-Trolleys.

Piloten und Flugbegleiter sind kontinuierlich auf Reisen, und deshalb gibt es für sie ganz spezielle Piloten-Trolleys vom Typ „Flight Kit“. Den Dienstvorschriften zufolge soll der Koffer „in Stil und Farbe der Uniform angepasst“ sein. Bei dem Trolley handelt es sich um einen schwarzen Leichtkoffer mit Rollen, ausziehbarem Zuggriff und Vortasche, der einen Aufkleber mit der Aufschrift „A Crew Luggage“ trägt und dessen Hauptfach fächerförmig aufgeteilt ist.

Da im Reisekoffer stets private Dinge transportiert werden, erkennen die Finanzämter Ausgaben für die Anschaffung von Reisekoffern nicht als Werbungskosten an.

Das Finanzgericht Hamburg hat jetzt entschieden, dass bei einem Piloten die Kosten eines Piloten-Trolleys in Höhe von 225 EUR in voller Höhe als Werbungskosten anerkannt werden. Es handelt sich um ein Arbeitsmittel, das so gut wie ausschließlich beruflich genutzt wird (FG Hamburg vom 23.5.2011, 6 K 77/10).

Die Richter weisen darauf hin, dass es bei der Beurteilung eines Gegenstandes als Arbeitsmittel nicht auf dessen objektiven Charakter ankommt, sondern auf die konkrete Funktion im Einzelfall, also auf den tatsächlichen Verwendungszweck. Ein Reisekoffer ist seinem objektiven Charakter nach zunächst ein Privatgegenstand. Wenn der Koffer jedoch tatsächlich ausschließlich beruflich genutzt wird, wird aus dem Privatgegenstand ein Arbeitsmittel.

Ferner weisen die Richter auf die neue BFH-Rechtsprechung hin: Wenn der Reisekoffer nicht ausschließlich (zu mehr als 90 %) beruflich genutzt wird und die private Mitbenutzung des Reisekoffers mehr als 10 % ausmacht, können die Anschaffungskosten entsprechend aufgeteilt und mit dem beruflichen Nutzungsanteil als Werbungskosten abgezogen werden.

Wichtig

Das Urteil ist übertragbar auf Business-Trolleys: Das Hessische Finanzgericht hatte bereits im Jahre 2006 zwei Reisekoffer bei einem Vorstandsmitglied eines globalen Konzerns, der mehr als 1 Million Flugmeilen im Jahr zurückgelegt hat, als Arbeitsmittel und die Anschaffungskosten in Höhe von 1.056 EUR als Werbungskosten anerkannt. Für die Richter war klar, dass der Mann zwangsläufig einen größeren Bedarf und Verschleiß an Koffern hat als der Normalbürger. Er besitze insgesamt 9 Reisekoffer, von denen 3 ausschließlich für berufliche Zwecke bestimmt seien. Er benötige jeweils unterschiedliche Koffergrößen für 2- und 4-Tagesreisen sowie für Reisen von 1 Woche und mehr (Hessisches FG vom 12.10.2006, 13 K 2035/06).

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