Rentenschock 2019: 48.000 Rentnern droht Steuerpflicht

Rentenschock 2019: 48.000 Rentnern droht Steuerpflicht

Was die Rentenerhöhung bedeutet


Mehr Geld für Rentner! Hört sich erstmal positiv an. Nur leider bleibt bei vielen Ruheständlern nachher weniger im Geldbeutel als zuvor.

Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019

Endlich! Die Renten werden 2019 erhöht: In Westdeutschland beträgt das erwartete Rentenplus 3,2 Prozent, in Ostdeutschland gar 3,9 Prozent.

Ein purer Grund zur Freude? Weit gefehlt. Denn durch diese Erhöhung überschreiten knapp 50.000 Ruheständler das steuerfreie Existenzminimum. Bedeutet: Doppelt so viele steuerpflichtige Rentner wie noch im Jahre 2005. Schmerzhafte Folge: Steuern werden fällig.

Dies spielt natürlich dem Finanzministerium in die Karten. Durch die plötzliche Steuerpflicht werden Mehreinnahmen von satten 410 Millionen Euro generiert – im Jahr wohlgemerkt!

Nachgelagerte Besteuerung hat Schuld

Viele Rentner rutschen durch das Plus auf dem Konto direkt in die Steuerpflicht. Schuld daran ist die seit 2005 geltende nachgelagerte Besteuerung. Hierbei steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente von Jahr zu Jahr, bis im Jahre 2040 die komplette Rentenzahlung der Steuer unterliegt.

Maßgeblich für die Steuerpflicht ist der Grundfreibetrag. Erhalten Sie als Rentner und der Ehepartner weder Werkspension, Beamtenpension und noch lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn aus aktiver Nebenbeschäftigung? Dann müssen Sie eine Steuererklärung nur abgegeben werden, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte den steuerfreien Grundfreibetrag überschreitet.

Dieser beträgt bei Alleinstehenden/bei Einzelveranlagung bzw. für Verheiratete/bei Zusammenveranlagung:

  • 2019: 9.168 Euro bzw. 18.336 Euro
  • 2018: 9.000 Euro bzw. 18.000 Euro
[kasten_wichtig]?

Müssen auch Sie plötzlich eine Steuererklärung abgeben?

Gehören auch Sie zu den mehr oder weniger Glücklichen, die ab 2019 unter die Steuerpflicht fallen? Halb so wild: mit dem steuer:Sparbuch von Buhl wird die lästige Pflicht zum Kinderspiel.

 

14 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    H.-J.Apel

    Ostrentner haben einen kleineren persönlichen Rentenfreibetrag, der bei Renteneintritt lebenslang festgestellt wird. Da die Rente der Ostrentner an Westniveau angeglichen werden soll, erhalten Ostrentner höhere Rentenerhöhungen per 01.07. als die Westrentner. Diese Rentenerhöhungen hingegen sind aber steuerpflichtig! Damit werden Ostrentner stärker bei gleichem Rentenbrutto (reine Altersrente) als Westrentner zur Einkommenssteuer veranlagt. Das steht zwar im Widerspruch zum Grundgesetz, dem Gleichheitssatz, dem Steuerrecht und den Prinzipien des Rechtstaates – aber nach „Meinung“ vieler Politiker wäre es gerecht und wird nicht geändert.
    S.auch Pet 2-18-08-6110-032302.
    Würde der pers. Rentenfreibetrag entsprechend der Rentenanpassung angeglichen und der Rest der Rentenerhöhung zum versteuernden Anteil gerechnet, dann wäre es korrekt.
    Was zählt eigentlich: Das Gesetz oder die „Meinung“ . In der Bildzeitung v. 5.11.2018 meint Ex-Verfassungsrechtler Richter a.D. Herr Hans-Jürgen Papier: Der Staat setzt Recht nicht durch.“
    Damit ist die Rentenangleichung Ost an West bis zum Jahr 2024 eine Illusion.

  2. 2
    M. Z.

    Ich finde die reißerische Darstellung nicht passend. Vor allem die Behauptung dass aus der plötzlichen Steuerpflicht Mehreinnahmen von 410 Millionen entstehen sollen kann nicht stimmen, das wären bei 50.000 betroffenen Rentnern rund 8.2500 € Steuern pro Person!!!! falsche Darstellung!!!
    Bei den 410 Mio Mehreinnahmen müssen alle Rentner dabei sein, auch die armen, die bisher schon Steuern bezahlen, weil Vermietungseinkünfte etc….

  3. 3
    Müller

    Die Freigrenzen für Rentner sind eine Schande für Deutschland. Den Ärmsten und Wehrlosesten wird hier in die Tasche gegriffen, die sich ein eben abgerackert haben. Und warum? Damit genug Geld für die Fehlbeträge der EU und der Flüchtlingspolitik vorhanden ist. Können sich unsere Politiker eigentlich noch in die Augen schauen?
    Altersarmut wollen sie bekämpfen, aber sie bekämpfen die Rentner.
    Pfui Teufel

  4. 5
    Kallweit

    LIeber Komentator MÜLLER: Es war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2002 was die Politik zu einer anderen Umgehensweise mit Renteneinkünften gezwungen hat. Deshalb gilt es seit 2005 das Alterseinkünftegesetz, nicht wg. der EU und schon gar nicht wg. der FLÜCHTLINGSPOLITIK. Schade oder? Es wäre ja so schön einfach gewesen, wieder mal die Flüchtlinge als Schuldige zu benennen.

  5. 6
    Uwe Kleditzsch

    Lieber Herr Neuhaus! Die Berechnung für Ihre Behauptung sind Sie schuldig geblieben. Es ist schlichtweg unmöglich, dass ein Stpfl. Rentner durch die Rentenerhöhung nach Steuern weniger im Geldbeutel hat als zuvor.+++Auch verkennen Sie (ggf. unwissentlich) den Sachverhalt, denn der Rentenanpassungsbetrag wird zwar „zu
    100 % besteuert“, aber lediglich mit dem persönlichen Steuersatz des Rentners.

  6. 7
    Uwe Kleditzsch

    Schön für mich zu lesen, dass es noch immer Leute mit Köpfchen gibt, die die Tatsachen weder leugnen noch verdrehen, sondern versuchen sachlich aufzuklären. – Weiter so!

  7. 8
    Uwe Kleditzsch

    Meines Erachtens gibt es keinen Grund, die Renteneinkünfte der Rentner nicht zu besteuern.+++Es ist doch nur fair, wenn ein Rentner mit mtl. 1.600 € Bruttorente in den Bereich kommt, wo er Einkommensteuer zahlen muss (müsste), denn bei einem Arbeitnehmer wird schon ab einem mtl. Brutto von 1.100 € Lohnsteuer fällig. Und das bei den Rentnern beliebte Argument „Ich habe doch 40, … 45 Jahre lang gearbeitet“ kann ich nicht mehr erhören. – Zukünftige Rentnergenerationen müssen (nach derzeitigem Stand) 49 Jahre arbeiten, um dann später (wenn überhaupt) mit viel Glück 7/10 der gegenwärtigen Rentenbezüge zu erhalten.+++Auch denke ich, dass sich ein Rentner mit einer Bruttojahresrente von 19.200 € eine Steuerzahlung von 50 € pro Jahr (Näherungswert) durchaus leisten kann . . .

  8. 9
    Sommer

    Wenn man dann im TV hören muß, dass Präsident Macron in Frankreich Renten erst ab € 10.000 versteuern will besteuern will – davon sind wir noch Jahre entfernt. Und immer wieder fragen sich die Politiker warum wir sie nicht mehr wählen. Auf die Straßen gehen lohnt sich ja doch (!!) Ab monatlich € 750 Rente greift bei uns der Staat zu; wer kann davon leben – mir ist um die Zukunft bange.

  9. 10
    Omega

    Auswandern wenn es gesundheitlich geht ! Warum diesem Staat noch Steuern geben, ihr habt es doch schon lange genug getan ! Jetzt sind mal Andere dran.

  10. 11
    Jörg

    Lieber Herr Kallweit dein Wortschatz lässt ganz schön zu wünschen übrig, statt du dir mal Gedanken machst wenn du Rentner bist von was du deinen Lebensunterhalt finanzieren möchtest? Entweder du Verdienst genug oder du bist Beamter die sowieso schon keine Steuern bezahlen.

  11. 13
    HKA

    Nach 50 Jahren Beitragszahlung in die Rentenversicherung haben wir eine gute Rente. Zusätzlich noch Einkünfte aus V+V, sowie aus der Photovoltaikanlage auf dem Haus.
    Bei Einnahmen von rd. 30.000€ fallen dann laut WISO-Programm für das Jahr 2018 ca. 180€ Einkommen- und Kirchensteuer an.
    Neben dem Grundfreibetrag können ja auch noch einige Ausgaben als Rentner geltend gemacht werden.
    Pflegeversicherungsbeitrag, div. Versicherungen, Handwerkerrechnungen, (dazu gehören auch die von der Stadt berechneten Kehrgebühren), Spenden an soziale Einrichtungen

  12. 14
    Schubidu

    An Kommentator Jörg
    Wenn man jemandes Wortschatz ktitisiert sollte man tunlichst darauf achten, selbst mit der deutschen Sprache vernünftig umzugehen. Der Gipfel ist jedoch die Behauptung, daß Beamte im Ruhestand keine Steuern zahlen. Wer sowenig Ahnung hat, sollte sich normalerweise jeglichen Kommentares enthalten.

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