Rentner können Arbeitszimmer absetzen

Häusliches Arbeitszimmer bei Nebeneinkünften


Gute Nachrichten für Rentner mit weiteren Einkünften neben dem Ruhegeld: Nun wurde entschieden, dass auch sie die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer voll absetzen können.

Rentner mit Nebeneinkünften können Arbeitszimmer absetzen

Geklagt hatte ein pensionierter Ingenieur. Er arbeitete weiterhin selbstständig als Gutachter. Für diese Tätigkeit nutzte er ein Arbeitszimmer, welches er sich in den Kellerräumen seines Hauses eingerichtet hatte. Dafür machte er 2.240 € jährlich in seiner Steuererklärung geltend.

Doch das Finanzamt kürzte diese Kosten auf den Höchstbetrag von 1.250 €. Denn das Arbeitszimmer sei nicht der Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit. Schließlich habe er neben den Einnahmen aus seiner Gutachter-Tätigkeit auch noch Renteneinkünfte sowie Vermietungseinkünfte und Kapitaleinnahmen.

Rente spielt keine Rolle

Der Rentner klagte dagegen. Seine Begründung: Das häusliche Arbeitszimmer eines Rentners, der noch einer Berufstätigkeit nachgeht, kann den Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bilden. Das sahen auch Finanzgericht und Bundesfinanzhof so, und gaben dem Rentner Recht. Denn auf seine Renteneinkünfte käme es bei der Gesamtbetrachtung nicht an. Es seien vielmehr nur Einkünfte zu berücksichtigen, die auch ein Tätigwerden erfordern.

Kellerraum als Büro

Unbeachtlich ist auch, dass sich das Arbeitszimmer im Kellerraum befindet, da die bauliche Beschaffenheit des genutzten Raumes sowie Lage und Ausstattung dem Standard eines Wohnraumes entsprach. Das Zimmer habe zwei Fenster, ist an das Heizungssystem des Hauses angeschlossen und wurde mit Büromöbeln ausgestattet. Daher gehörten hier die Kellerräume ausnahmsweise mit zur Wohnfläche (Aktenzeichen III R 3/12).

In der Rente das Arbeitszimmer absetzen ohne Nebentätigkeit?

Personen, die ausschließlich Rente beziehen, können kein Arbeitszimmer absetzen. Dies ist nur bei Nebentätigkeiten möglich.
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