Sabbatjahr: Auszeit nehmen vom Job

Diese Sabbatical-Modelle gibt es


Direkt bei der Karriere durchstarten? Oder erst mal neue Perspektiven erkunden und frische Motivation tanken? Die berufliche Pause auf Zeit — das Sabbatjahr — wird immer beliebter. Wir zeigen Ihnen, was es damit auf sich hat.

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Was ist das Sabbatjahr?

Das Wort „Sabbatical“ leitet sich vom hebrĂ€ischen „Shabbat“ ab und bedeutet „aufhören und loslassen“. Und der Name ist Programm: Mitarbeiter nehmen fĂŒr eine Dauer von drei bis 12 Monaten eine Auszeit vom Angestelltendasein. Meist verbringen sie die Zeit im Ausland. Jeder hat seine ganz eigene Motivation: Reisen, Erholung, Erziehung, Weiterbildung oder soziales Engagement.

Unterschied zu Urlaub

Klingt nach Urlaub? Nicht ganz. Denn im Urlaub werden Sie zu Erholungszwecken bezahlt freigestellt. Das Sabbat hingegen ist eine lĂ€ngere Auszeit, um die zukĂŒnftige LeistungsfĂ€higkeit und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Und zwar entweder unentgeltlich oder durch den Abbau von Überstunden. Gehalt zahlt der Arbeitgeber wĂ€hrend des Sabbatjahrs jedoch nicht.

Berufliche Auszeit – Sabbatical ein neuer Trend?

Bisher lassen sich zwar nur knapp vier Prozent der Deutschen auf das Abenteuer auf Zeit ein. Diejenigen, die sich fĂŒr das Sabbatjahr entschieden haben, wĂŒrden es jedoch jederzeit wieder tun. Es mangelt meist eher an der Offenheit der Unternehmen: Arbeitgeber fĂŒrchten fĂŒr den Betrieb mehr Aufwand als Nutzen und geben sich distanziert.

Sabbatjahr: Arbeitgeber und Mitarbeiter mĂŒssen sich einig sein

Doch: Bei den Mitarbeitern wird der Arbeitsdruck höher, das BedĂŒrfnis nach Pause vom Job wĂ€chst. Einen gesetzlichen Anspruch auf das Sabbatjahr gibt es nicht. Somit funktioniert das Modell nur, wenn sich Arbeitgeber und Mitarbeiter einig sind. Bisher haben meist nur international tĂ€tige Unternehmen den beiderseitigen Nutzen erkannt.

Daher ist bei Interesse des Mitarbeiters Eigeninitiative gefragt. Auch Geduld und Überzeugungskraft. Die besten Argumente fĂŒr die berufliche Pause sind wohl, dass der Arbeitnehmer nach dem Sabbatjahr zufriedener und entspannter in den Job zurĂŒckkehrt. Zudem kann er die wĂ€hrend seiner Auszeit gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse in seine Arbeit einfließen lassen. Nicht selten sind das neu erlernte  Fremdsprachenkenntnisse, die gewachsene OrganisationsfĂ€higkeit oder interkulturelle Kompetenz.

Andere LÀnder sind uns weit voraus: In Skandinavien oder den Niederlanden sind Sabbaticals lÀngst anerkannt. Teilweise gibt es sogar spezielle Förderprogramme, um die Auszeit so einfach wie möglich zu gestalten.

Wie finanziere ich das Sabbatjahr?

Mit Teilzeit-Modellen ins Sabbatjahr

Hier gibt es verschiedene Arbeitszeit- und Lohnmodelle. Besonders beliebt ist die Teilzeitvariante: Dabei wird fĂŒr etwa drei Jahre Teilzeit vereinbart. Der Angestellte arbeitet jedoch Vollzeit weiter und erwirtschaftet sich so Monat fĂŒr Monat ein Zeitguthaben. Dieses nutzt er am Ende der Teilzeit fĂŒr seine berufliche Auszeit. Das reduzierte Gehalt lĂ€uft wĂ€hrenddessen weiter. Nach dem Sabbatjahr kehrt er wieder auf seine Vollzeitstelle zurĂŒck.

Alternativ gibt es das FĂŒnf-Jahres-Modell: Hier arbeitet der Mitarbeiter vier Jahre lang Vollzeit mit reduziertem Lohn, um dann anschließend im fĂŒnften Jahr den gleichen Lohn zu beziehen, ohne dafĂŒr arbeiten zu mĂŒssen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfĂ€ltig.

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Überstunden abfeiern im Sabbatjahr

Auch Überstunden oder nicht genutzte Urlaubstage können im Zeitkonto gesammelt und dann fĂŒr das Sabbatjahr genutzt werden.

Junge Eltern haben zudem folgende Möglichkeiten: Wer seinen Anspruch auf Elternzeit nicht voll ausschöpft, kann den Restanspruch fĂŒr eine berufliche Pause nutzen. So können sogar auch die gesamten zwölf Monate Elternzeit auf einen spĂ€teren Zeitpunkt gelegt werden. Das Sabbatical muss dann jedoch spĂ€testens bis zum achten Geburtstag des Kindes eingelegt werden.

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