Schornsteinfeger-Rechnung

Schornsteinfeger-Rechnung

Niemals bar bezahlen!


Handwerkerleistungen begünstigt der Fiskus. Dazu zählen auch die Leistungen von Schornsteinfegern. Doch eine Voraussetzung wird gerne aus den Augen verloren.

Keine Barzahlung!

Aufwendungen für Handwerkerleistungen sind mit 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abziehbar. Die Ermäßigung beträgt höchstens 1.200 Euro im Jahr. Doch Vorsicht, wenn Sie die Steuervergünstigung erhalten wollen: Sie müssen sich eine Rechnung geben lassen. Und diese Rechnung dürfen Sie nur mittels Banküberweisung auf dessen Konto begleichen. Bei Barzahlung gibt’s keine Steuerermäßigung! Eine Quittung genügt nicht!

Kontoauszug nicht mehr nötig

Seit 2008 gibt es eine Erleichterung: Den Kontoauszug müssen Sie nun nicht mehr mit der Steuererklärung abgeben. Im Zweifelsfall kann der Finanzbeamte aber die Vorlage verlangen. Beträge, die per Dauerauftrag, Einzugsermächtigung oder per Online-Banking bezahlt wurden, werden mit dem Kontoauszug anerkannt. Barzahlungen aber werden nicht anerkannt. Zweck der gesetzlichen Vorschrift ist Folgender: Es soll ein Anreiz für Beschäftigungsverhältnisse im Privathaushalt geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Schwarzarbeit in diesem Bereich bekämpft werden.

Gleiche Regeln beim Kaminkehrer

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass auch die Leistungen des Schornsteinfegers nicht bar bezahlt werden dürfen – falls man mit einer Steuerermäßigung von 20 Prozent liebäugelt. Den Steuerbonus gebe es nur dann, wenn eine Rechnung ausgestellt werde und die Zahlung auf ein Konto des Schornsteinfegers erfolge. Dabei gebe es keine Ausnahme, auch nicht, wenn der Schornsteinfeger die bargeldlose Zahlung verweigert (Aktenzeichen VI B 31/13).

Die Richter betonen erneut, dass die begehrte Steuerermäßigung bei Barzahlung nicht in Betracht kommt. Denn die Barzahlung von Handwerkerrechnungen ohne Einbindung eines Kreditinstituts und damit ohne bankmäßige Dokumentation des Zahlungsvorgangs erfülle die formellen Voraussetzungen der Steuerermäßigung nicht. Daran ändere sich auch nichts, wenn der Bezirksschornsteinfegermeister – wie im Urteilsfall – auf Barzahlung bestanden habe und bei ihm als „Quasi-Behörde“ Schwarzarbeit nicht zu befürchten sei.

Tipp: Seit 2008 muss der Kontoauszug nicht mehr unbedingt vorgelegt werden – nur auf Anforderung des Finanzbeamten. Daher ist es durchaus möglich, dass auch eine bar bezahlte Rechnung in der Steuerveranlagung einfach „abgehakt“ wird. Achten Sie darauf, dass in der Rechnung Arbeits- und Materialkosten getrennt ausgewiesen werden. Denn nur die Arbeitskosten sowie Maschinen- und Fahrtkosten mitsamt der darauf entfallenden Mehrwertsteuer sind steuerlich begünstigt.

 

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