Schweizer Bankgeheimnis ade

Schweizer Bankgeheimnis ade

Automatische Kontrollmitteilungen ab 2018


Ab 2018 gibt haben Anleger mit Geld in der Schweiz schlechte Chance, dem deutschen Fiskus Informationen vorzuenthalten. Denn dann werden Kontodaten automatisch an die Finanzbehörden übertragen.

Steuerparadies Schweiz? Das war einmal

Wer Konten in der Schweiz hat und die Erträge daraus vor dem deutschen Fiskus verheimlichen will, hat daran schon lange keine Freude mehr, sondern eher schlaflose Nächte.

Denn zum einen könnte sein Name auf Daten-CDs enthalten sein, die der Fiskus angekauft hat. Zum anderen drängen die Schweizer Banken ihn zur Offenbarung oder zur Kontenauflösung. Zudem ist eine Selbstanzeige seit Jahresbeginn deutlich schwieriger und teurer geworden.

Und jetzt droht noch ein viertes Problem…

Automatischer Datenaustausch

Nun hat die Europäische Union mit der Schweiz ein Abkommen über den automatischen Datenaustausch von Konten abgeschlossen. Die Schweiz wird künftig von ausländischen Anlegern folgende Daten an die Finanzbehörden der Heimatländer melden:

  • Name
  • Adresse
  • Steuernummer
  • Geburtsdatum
  • Kontendaten

Und zwar automatisch. Das bedeutet, dass alle Konten deutscher Anleger in der Schweiz dem deutschen Fiskus bekannt werden, sobald auf dem Konto auch nur ein Euro Zinsertrag entsteht. Die Daten werden im Jahre 2017 gesammelt und erstmals im Jahre 2018 gemeldet (Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 19.03.2015).

Das neue Abkommen über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen ersetzt das seit 2005 geltende Zinsbesteuerungsabkommen der EU, das auch die Schweiz unterzeichnet hatte. Darin hatte sie als Ausnahme die EU-Quellensteuer vereinbart hatte, ebenso wie Luxemburg und Österreich,

Ab September 2017 geht’s los

Im Oktober letztes Jahres hatten in Berlin 51 Staaten ein Abkommen über den automatischen Austausch von Kontodaten nach neuem globalem Standard unterzeichnet. Vereinbart wurde, dass die Staaten mit Stichtag 31.12.2015 den Altbestand ihrer Konten erfassen und die Informationen automatisch erstmals im September 2017 liefern.

Die Schweiz hatte sich das Jahr 2018 vorbehalten. Insgesamt haben sich inzwischen rund 100 Länder, darunter alle wichtigen Finanzplätze, zur Übernahme des automatischen Informationsaustauschs in Steuersachen bekannt.

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