Seminar über gesunden Lebensstil

Seminar über gesunden Lebensstil

Kostenübernahme vom Chef ist Arbeitslohn


Gesundheit ist das A und O. Gut, wenn Arbeitgeber das auch so sehen und in die Gesundheit der Mitarbeiter investieren. Doch diese Investition kann einen geldwerten Vorteil und damit Arbeitslohn für den Teilnehmer darstellen.

Gesundheitswoche

Ein Unternehmen bot seinen Mitarbeitern ein Demografieprojekt an: In dem einwöchigen Seminar wurden grundlegende Erkenntnisse über Körper, gesunde Ernährung und Bewegung vermittelt. Der Kurs sollte den Anfang eines umfassenden Konzeptes bilden, um vor allem Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu steigern. Der Arbeitgeber versuchte, die komplette Belegschaft für die Teilnahme zu verpflichten, scheiterte jedoch am Betriebsrat. Somit stand die Teilnahme am Seminar für Freiwillige offen. Die Kosten beliefen sich pro Mitarbeiter auf 1.300 Euro, abzüglich Krankenkassenzuschüsse.

Sinn des Seminars

Das Seminar war laut Arbeitgeber auf das Unternehmen zugeschnitten. Dabei stand nicht das Wohl der Mitarbeiter sondern das Wohl des Unternehmens im Mittelpunkt. Zwar könne der einzelne Teilnehmer von dem Kurs profitieren, dies aber sie nur Nebeneffekt – im Mittelpunkt stehe der Vorteil für das Unternehmen.

Arbeitslohn

Das Finanzgericht Düsseldorf war anderer Meinung (Aktenzeichen 16 K 922/12): Die Gesundheitswoche stelle eine präventive gesundheitliche Maßnahme dar. Das Wohl des Arbeitnehmers an seiner Gesundheit überwiege dem Wohl des Unternehmens. Da es den Arbeitnehmern freistand, am Kurs teilzunehmen, stehe der persönliche Vorteil jedes einzelnen Teilnehmers im Vordergrund – dies stelle einen geldwerten Vorteil und somit steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

Eine Klage wies das Finanzgericht ab. Revision am Bundesfinanzhof wurde zugelassen.

 

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