Bogen rund

Skiwochenende mit Mitarbeitern

Steuern sparen in den Alpen


Oftmals laden Angestellte mit erfolgsabhängigen Bezügen ihre unterstellten Mitarbeiter zu gesellschaftlichen Veranstaltungen ein und übernehmen die Kosten für die Bewirtung. Das Beste daran: Sie können den Fiskus an den Ausgaben beteiligen.

Gemeinsames Feiern fördert die Motivation

So werden jährlich unzählige Einladungen zur Weihnachtsfeier, Abteilungsfest, Jahresabschlussfeier, Kegelabend usw. ausgerufen. Die Vorgesetzten tun dies mit der Intention, die Mitarbeiter für die geleistete Arbeit zu belohnen, und in der Erwartung, so die Motivation, Leistungsbereitschaft, Zusammenarbeit und das Arbeitsklima zu fördern.

Als Werbungskosten absetzbar

Nach neuerer Rechtsprechung sind die geleisteten Ausgaben als Werbungskosten absetzbar. “Denn in einem solchen Fall hat es ein Arbeitnehmer in größerem Umfang selbst in der Hand, die Höhe seiner Bezüge zu beeinflussen. Ob eine Bewirtung ausdrücklich als Belohnung für diejenigen Mitarbeiter in Aussicht gestellt wird, die sich nachweisbar durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben, ist dabei nicht entscheidend” (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen III R 57/05).

Skiwochenende als Werbungskosten

Nun hat das Finanzgericht Thüringen die Ausgaben eines angestellten Chefarztes einer Klinik für Kardiologie, dessen Bezüge erfolgsabhängig waren, für ein Skiwochenende mit seinen Mitarbeitern als Werbungskosten anerkannt.

Der Chefarzt lädt jedes Jahr alle Mitarbeiter der Kardiologie zu einem Skiwochenende ein, um Motivation, Arbeitsklima und Zusammenarbeit zu fördern. Hierzu bucht er vorsorglich Doppelzimmer und Bus. Nun musste in einem Jahr die Reise aus Termin- und Witterungsgründen ausfallen, und deshalb wurde der Chefarzt mit Stornierungskosten in Höhe von 900 Euro belastet. Diese Stornierungskosten hat das Finanzgericht ebenfalls als Werbungskosten anerkannt (Urteil des Finanzgericht Thüringen, Aktenzeichen 3 K 306/12).

Für die Richter war entscheidend, dass die Einladung zur gemeinsamen Skifreizeit die Mitarbeiter zu weiterer Leistungsbereitschaft motivieren und so den variablen Einkunftsteil des Chefarztes sichern bzw. steigern sollte. Und wenn schon die tatsächlichen Kosten dafür steuerlich absetzbar sind, so sind es auch die Stornierungskosten für ein ausgefallenes, beruflich veranlasstes Skiwochenende. Die Ausgaben sind in voller Höhe absetzbar, und nicht etwa wie bei Selbstständigen nur zu 70 Prozent.

 

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