Sonderaktion der Finanzämter (Aktualisierung)

Sonderaktion der Finanzämter (Aktualisierung)

Neue Steuerbescheide unterwegs


Die Zumutbarkeitsgrenze bei außergewöhnlichen Belastungen wird neu berechnet. Gut für Steuerzahler! Viele erhalten nun Post mit guten Nachrichten.

Berechnung der zumutbaren Belastung

Durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs zu Beginn dieses Jahres werden mehr Aufwendungen für Krankheit und Pflege steuermindernd berücksichtigt. Grund: Die Grenze der zumutbaren Belastung wurde zugunsten der Steuerzahler geändert. Erst wenn die Kosten diese Belastungsgrenze überschreiten, mindern sie die Steuerlast. Alles was unter dieser Grenze liegt, ist dagegen noch im Bereich des Zumutbaren.

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Welche Bundesländer prüfen bereits?

Mit der Sonderaktion begonnen hatten die Finanzämter in Bayern, gefolgt von den Finanzbehörden in Rheinland-Pfalz. Auch die Behörden in Thüringen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern sowie Baden-Württemberg haben nun bekannt gegeben, ebenfalls falsche Steuerbescheide zu korrigieren. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden, welche Bundesländer sich der Aktion als nächstes anschließen.

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Finanzämter versenden neue Steuerbescheide

Dabei prüfen die Mitarbeiter alle Fälle, bei denen die Steuerzahler in den Steuererklärungen der Vorjahre außergewöhnliche Belastungen (insbesondere Krankheits- und Pflegeaufwendungen) erklärt haben. Dabei berechnete die Finanzverwaltung jedoch die zumutbare Belastung  noch nach den alten Grenzen.

Verfahrensrechtliche Voraussetzung für eine Änderung ist jedoch, dass der Bescheid mit dem seit Ende August 2013 versehenen Vorläufigkeitsvermerk zur Frage der Verfassungsmäßigkeit einer zumutbaren Belastung bei Krankheits- und Pflegeaufwendungen bekanntgegeben wurde.

Was genau ist die zumutbare Belastung?

Krankheitskosten, Pflegekosten etc sind steuerlich gesehen so genannte außergewöhnliche Belastungen. Diese Kosten wirken sich erst dann aus, wenn sie die so genannte „zumutbare Eigenbelastung“ übersteigen.

Dies ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und Zahl Ihrer Kinder. Es sind zwischen einem und sieben Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Bleiben die Kosten unter dieser Grenze, fallen die Kosten steuerlich gesehen unter den Tisch.

Bei einem Gesamtbetrag der EinkünfteBis 15.340 EuroÜber 15.340 Euro
bis 51.130 Euro
Über 51.130 Euro
bei Steuerpflichtigen ohne Kinder
- nach dem Grundtarif5 %6 %7 %
- nach dem Splitting-Tarif4 %5 %6 %
bei Steuerpflichtigen
- mit 1 oder 2 Kindern2 %3 %4 %
- mit 3 oder mehr Kindern1 %1 %2 %
des Gesamtbetrags der Einkünfte

 

Quelle: Pressemitteilung des Landesamtes für Steuern Rheinland-Pfalz vom 13.08.2018

6 Comments

eigener Kommentar
  1. 3
    Elvira

    Den geänderten Bescheid für 2017 (NRW) haben wir erhalten. Was ist mit 2015 und 2016, wie weit greift die neue Regelung zurück? Werden auch vorläufige Bescheide 2015 und 2016 rückwirkend geändert oder sogar noch weiter zurück liegend?

  2. 5
    sfbstreuner

    Scheint in Brandenburg willkürlich zu erfolgen. Ich habe für 2013 im September erhalten. Seitdem ist nichts mehr passiert.
    Kann man das irgendwie selber überprüfen?

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