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Sparerfreibetrag

Optimal nutzen mit dem Freistellungsauftrag


Wer sparen will, fĂŒr den heißt es: Kein Geld verschenken – Sparerfreibetrag nutzen. Das geht mit einem Freistellungsauftrag bei der Bank. Geschickt verteilen muss nicht kompliziert sein. Wir zeigen, wie es geht.

Kurz & knapp

  • Den Sparerfreibetrag einfach mit Freistellungsauftrag sichern
  • Anlagen, die eine höhere Rendite versprechen, sollten den grĂ¶ĂŸeren Teil des Freistellungsauftrags erhalten
  • Den Sparerfreibetrag können Sie auch nachtrĂ€glich ĂŒber die SteuererklĂ€rung geltend machen

Sparerfreibetrag = Sparer-Pauschbetrag?

Sparerfreibetrag ist die ehemalige Bezeichnung fĂŒr den Sparer-Pauschbetrag. Damit lassen sich Steuern bei den EinkĂŒnften aus Kapitalvermögen sparen. Denn: Bis zu einem bestimmten Betrag bleiben KapitalertrĂ€ge jedes Jahr steuerfrei.

Um zu berechnen, welcher Betrag versteuert werden muss, wird der Sparerfreibetrag von den Gewinnen abgezogen. Erst auf die ĂŒbrigbleibenden EinkĂŒnfte mĂŒssen Sie die Abgeltungssteuer zahlen.

Der Sparerfreibetrag gilt zum Beispiel fĂŒr:

  • Zinsen
  • Dividenden
  • Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren
Info Icon Grafik

Freibetrag vs. Freigrenze

Die Begriffe Freibetrag und Freigrenze werden hÀufig synonym verwendet. Steuerlich haben sie jedoch unterschiedliche Bedeutung.

  • Freibetrag:

    Beim Freibetrag fĂ€llt die Steuer nur auf Gewinne an, die ebendiesen Freibetrag ĂŒbersteigen. Vereinfachtes Beispiel: Gewinne aus ETF betragen 1.000 Euro, abzĂŒglich des Sparerfreibetrags von 801 Euro mĂŒssen davon 199 Euro versteuert werden.

  • Freigrenze:

    Bei einer Freigrenze werden alle Gewinne versteuert, sobald diese Freigrenze ĂŒberschritten wird. Das ist etwa bei privaten VerĂ€ußerungsgewinnen der Fall, wo die Schwelle bei 600 liegt. Beispiel: Gewinne aus dem Bitcoin-GeschĂ€ft betragen 450 Euro. Da der Wert unter 600 Euro liegt, bleibt der Gewinn steuerfrei. BetrĂ€gt der Gewinn dagegen 900 Euro und damit ĂŒber der Freigrenze, mĂŒssen die gesamten 900 Euro versteuert werden.

Wie hoch ist der Sparerfreibetrag?

Singles
FĂŒr Singles steht der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro im Jahr zu.
Ehepaare & eingetragene Lebenspartner
Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner, die eine gemeinsame SteuererklÀrung abgeben, können den doppelten Betrag nutzen: 1.602 Euro pro Jahr.
Kinder
Sparen Sie auch fĂŒr Ihre Kinder, zum Beispiel mit einem ETF-Depot, mĂŒssen Sie dafĂŒr nicht Ihren eigenen Sparerfreibetrag aufwenden. Eltern können fĂŒr ihre Kinder einen gesonderten Freistellungsauftrag erteilen. Dieser ist dann ebenso auf 801 Euro im Jahr je Kind begrenzt. Wichtig: Alle gesetzlichen Vertreter des Kindes mĂŒssen den Freistellungsauftrag unterschreiben.

Exkurs: Entwicklung des Sparerfreibetrags

Der Sparerfreibetrag liegt seit 2009 festgezurrt bei 801 Euro und damit niedriger als noch vor 25 Jahren. Dabei ist die Entwicklung des maximalen Betrags mit einer Achterbahnfahrt vergleichbar. Hier eine kleine Reise durch die Geschichte des Sparerfreibetrags:

  • 1975 bis 1989: 300 DM
  • 1990 bis 1992: 600 DM
  • 1993 bis 1999: 6.000 DM
  • 2000: 3.000 DM bzw. mit der EinfĂŒhrung des Euro: 1.550 Euro
  • 2004: 1.370 Euro
  • 2007: 750 Euro
  • 2009: Zusammenlegung von Freibetrag und Werbungskosten auf den Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro bzw. 1.602 Euro

Wie nutze ich den Sparerfreibetrag?

Kurz: Mit dem Freistellungsauftrag. Damit lassen sich KapitalertrÀge von der Abgeltungssteuer freistellen. Dazu haben Sie 2 Möglichkeiten:

  1. Entweder Sie nutzen den Sparerfreibetrag per Freistellungsauftrag vorher: Dann beantragen Sie den Freistellungsauftrag ganz einfach bei Ihrer Bank. Legen Sie Ihr Geld bei mehreren Kreditinstituten an, sollten Sie den Freistellungsauftrag aufteilen.
  2. Haben Sie den Freistellungsauftrag in einem Jahr vergessen, können Sie den Sparerfreibetrag nachtrĂ€glich ĂŒber die SteuererklĂ€rung geltend machen.
Info GlĂŒhbirneStellen Sie diesen Auftrag nicht, entgeht Ihnen auch der Steuervorteil. Dann fĂŒhrt Ihre Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer sowie 5,5 Prozent Soli und ggf. Kirchensteuer von Ihren KapitalertrĂ€gen ans Finanzamt ab.

Sparerfreibetrag nutzen Infografik

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zu Freistellungsauftrag NV-Bescheiniung

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Wie teile ich meinen Sparerfreibetrag richtig auf?

Viele Sparer haben Konten, Depots und Geldanlagen bei verschiedenen Banken. In diesem Fall dĂŒrfen Sie selbst entscheiden, welchem Institut und in welcher Höhe Sie den Freistellungsauftrag erteilen – und zwar jedes Jahr aufs Neue. Wichtig dabei: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre FreistellungsauftrĂ€ge in der Summe den Höchstbetrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro nicht ĂŒberschreiten. Bei Bedarf können und sollten Sie den Freistellungsauftrag auch anpassen.

  1. PrĂŒfen Sie, in welcher Höhe der Sparerfreibetrag Ihnen zur VerfĂŒgung steht: Bei Singles sind es 801 Euro, bei Ehe- oder Lebenspartnern 1.602 Euro.
  2. PrĂŒfen bzw. schĂ€tzen Sie, wo Sie welche Rendite erwarten können.
  3. Erwarten Sie bei einer Bank mehr Rendite, setzen Sie dort auch den entsprechenden Teil des Sparerfreibetrags ein.
  4. Achten Sie darauf, den Sparerfreibetrag nicht zu ĂŒberschreiten.

Achtung Negativzins

Die Negativzins-Politik der EZB hat zur Folge, dass Banken Strafzinsen zahlen mĂŒssen, wenn sie besonders hohe Einlagen haben. Diese geben sie an ihre Kunden weiter, sodass seit einiger Zeit immer mehr Banken ihre Kunden zur Kasse bitten. Gezahlt werden sogenannte Verwahrentgelte ab einem bestimmten Betrag, der auf einem Konto gehalten wird.

WĂ€hrend positive Zinsen versteuert werden mĂŒssen, gibt es beim Negativzins steuerlich leider nicht viel zu holen: BehĂ€lt die Bank negative Zinsen ein, zĂ€hlen diese steuerlich nicht zu den negativen KapitalertrĂ€gen und sind somit nicht abziehbar.

Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegt, sollte darauf achten, ob der jeweilige Zinssatz fĂŒr den gesamten Anlagebetrag gilt. Bei einem Staffelzins können die Konditionen variieren: Ab oder bis zu einer bestimmten Anlagehöhe gilt ein anderer Zins. Hier ist die Gesamtverzinsung im Zeitpunkt des Zuflusses ausschlaggebend. Nur wenn die Gesamtverzinsung positiv ist, handelt es sich um steuerpflichtige Zinsen. Ist die Gesamtverzinsung negativ, sind es Verwahr- und EinlagegebĂŒhr – und steuerlich nicht abziehbar.

Beispiel:

Stefanie hat ein Tagesgeldkonto bei Bank A. Dort hat sie 190.000 Euro zu folgenden Konditionen angelegt: Bis 100.000 Euro erhĂ€lt Stefanie einen positiven Zins von 0,1 Prozent im Jahr. Ab einem Wert darĂŒber hinaus betrĂ€gt der Negativzins -0,05 Prozent pro Jahr.

Das bedeutet: Auf einen Teil ihrer Anlage erhĂ€lt sie durch den positiven Zins einen Ertrag von 100 Euro (100.000 Euro x 0,1 Prozent), fĂŒr den anderen Teil ab 100.000 Euro bis 190.00 Euro gilt der Negativzins von -45 Euro (90.000 Euro x -0,05 Prozent).

Daraus ergibt sich:

Positiver Zins: 100 Euro
– Negativer Zins: 45 Euro
= zu versteuernder Kapitalertrag: 55 Euro

Damit Stefanie besser von ihren Ersparnissen profitiert, sollte sie den Gesamtbetrag auf verschiedene Banken aufteilen. WĂŒrde sie die 190.000 Euro auf 2 verschiedene Banken aufteilen mit je 0,1 Prozent positiven Zins, ergĂ€be sich ein Zinsertrag von 190 Euro. Unter BerĂŒcksichtigung des Sparerfreibetrags wĂ€re dieser Ertrag steuerfrei.

WISO Steuer: Sparerfreibetrag nicht optimal aufgeteilt oder vergessen?

Sie mussten bei einer Bank Abgeltungssteuer zahlen, bei einer anderen Bank hĂ€tten Sie aber noch einen Teil des Sparerfreibetrags „frei“? Kein Grund zur Sorge: Mit Ihrer SteuererklĂ€rung können Sie sich Ihr Geld wieder zurĂŒckholen! Unser Tipp: Machen Sie es sich einfach — mit WISO Steuer.

So geht’s: WĂ€hlen Sie zunĂ€chst unter Daten erfassen -> Thema hinzufĂŒgen -> weitere Einkunftsarten -> Sparer und Vermieter -> Zinsen, KapitalertrĂ€ge und VerĂ€ußerungsgeschĂ€fte. Mit einem Klick können Sie die ÜberprĂŒfung des Steuereinbehalts beantragen. Das Finanzamt ĂŒberprĂŒft anschließend die eingereichten Steuerbescheinigungen der Bank und berĂŒcksichtigt den Freibetrag.

 

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