Spende an den Papst nicht absetzbar

Spende an den Papst nicht absetzbar

Das sollten Sie beachten


Eine Spende an die höchste katholische Instanz wurde nicht zum steuerlichen Abzug zugelassen. Doch das Urteil kam nicht aus heiterem Himmel: Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Spendenquittung aus dem Vatikan abgewiesen

Der Geschäftsführer einer Steuerberatungsgesellschaft hatte an Papst Benedikt XVI gespendet. Bei einer Generalaudienz übergab er ihm persönlich einen Scheck – über 50.000 Euro. Der Spendenbeleg nannte als Aussteller den „Staatssekretär seiner Heiligkeit“ und als Ausstellungsort den Vatikan. Gut für den Fiskus – schlecht für den Spender. Denn das Finanzamt strich den Ansatz der Spenden aus der Steuer. Es sah den Vatikanstaat als Empfänger an – und nicht die katholische Kirche in Deutschland. Folglich versagte es den Spendenabzug. Daraufhin klagte der Mann beim Finanzgericht Köln – und wurde abgewiesen.

Begründung des Gerichts: Nach deutschem Steuerrecht sei eine Spende nur dann abziehbar, wenn der Empfänger der Spende eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist. Diese muss in einem Mitgliedsstaat der EU oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums liegen. Bei einer direkten Spende an den Papst sei dies nicht gegeben. Als Empfänger kämen der Heilige Stuhl, der Vatikanstaat oder die katholische Weltkirche in Betracht, allesamt im Vatikan ansässig. Der Vatikan gehöre aber weder der EU noch dem Europäischen Wirtschaftsraum an (Aktenzeichen 13 K 3735/10).

Was ist eine Spende?

Die Deutschen haben 2012 rund 4,2 Milliarden Euro gespendet. Doch was genau zählt alles als Spende? Das Gesetz sieht hier eine Ausgabe, die freiwillig an eine steuerlich begünstigte Organisation gezahlt wird, z.B. an einen Verein, eine Stiftung oder politische Parteie. Für eine Spende dürfen Sie keine Gegenleistung erhalten. Auch muss der Zweck bereits vorher feststehen. Begünstigt sind folgende Zwecke:

    • gemeinnützig
    • mild tätig
    • wissenschaftlich
    • kirchlich
    • religiös
    • politisch

Auch Mitgliedsbeiträge an o.g. Organisationen sind steuerbegünstigt. Dazu zählen Gebühren für die Aufnahme sowie Mitgliedsumlagen.

Als Spenden kommen neben Geldspenden auch Sach- und Aufwandsspenden infrage.

    • Sachspenden: Hier muss ein Gegenstand in das Eigentum des Empfängers übergehen. Dies liegt nicht bei leihweise überlassenen Sachen vor. Wenn Sie neue Gegenstände spenden, setzen Sie den Einkaufspreis an – bei gebrauchten Waren den Marktpreis.
    • Aufwandsspenden: Diese liegen vor, wenn Ihnen während einer Tätigkeit z.B. im Verein Kosten entstehen. Zu denken ist an Reisekosten, Mehraufwendungen für Verpflegung, Porto und Telefonkosten.

Kostenlose Arbeit als Spende?

Auch eine kostenlose Arbeitsleistung und Aufwandsspende kann Ihre Steuer mindern. Voraussetzung: Sie müssen aufgrund der Satzung oder einer Vereinbarung Anspruch auf Vergütung der Kosten haben. Die Vergütung muss angemessen sein und Sie müssen darauf bedingungslos und zeitnah zur Spende verzichten.

Beispiel

Sie sind Mitglied in einem Fußballverein und fahren einige Kinder der Jugendmannschaft von einem Auswärtsspiel zum nächsten. Auf die offizielle Erstattung der entstandenen Kosten verzichten Sie. Diesen Betrag können Sie mit einem entsprechenden Nachweis als Spende in der Steuer abziehen

An wen können Sie steuerbegünstigt spenden?

Nur bestimmte Organisationen sind berechtigt, von der Steuer begünstigte Spenden anzunehmen. Infrage kommen grundsätzlich nur Empfänger im Inland oder in einem Mitgliedstaat der EU bzw. des EWR, wie

    • juristische Personen des öffentlichen Rechts (z.B. Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Kirchen)
    • öffentliche Dienststellen (z.B. Unis, Fachhochschulen, staatliche Museen, Staatstheater, Landesbibliotheken, Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft)
    • von der Körperschaftsteuer befreite Organisationen des privaten Rechts (z.B. gemeinnützige Vereine, karitative Organisationen, Stiftungen, Religionsgemeinschaften).
    • politische Parteien und Wählervereinigungen.

Nicht begünstigt sind Spenden an Privatleute.

Welche Angaben muss ein Spendenbeleg enthalten?

Spenden müssen Sie in der Steuererklärung mit einem Spendenbeleg nachweisen. Dieser muss auf vorgeschriebenen Formular die folgenden Angaben enthalten:

    • Empfänger der Spende
    • Art der Zuwendung (Geld-, Sachspende, Mitgliedsbeitrag, Aufwandsspende)
    • Betrag, bei Sachspenden die Bezeichnung und den Wert der Spende
    • Name und die Anschrift des Spenders
    • Angabe des Finanzamtes sowie die Steuernummer des Empfängers
    • Datum des letzten Freistellungs-Bescheides
    • Bestätigung der Verwendung der Spende für einen bestimmten Zweck
    • Ort, Datum und Unterschrift des Zahlungsempfängers
Hinweis : Bei Spenden auf Sonderkonten in Katastrophenfällen gibt es eine Vereinfachungsregel: Hier reicht als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg, Kontoauszug oder von der Bank abgestempelte Überweisungsbeleg aus. Aber auch bei Spenden bis 200 Euro an politische Parteien oder staatliche Behörden gilt der vereinfachte Nachweis.

Bei einer Spende bis 200 Euro an eine gemeinnützige Körperschaft oder politische Partei ist zusätzlich noch ein vom Empfänger hergestellter Beleg erforderlich. Dieser muss enthalten:

    • Bestätigung über die Freistellung von der Körperschaftsteuer
    • Höhe der Spende
    • Steuerlich begünstigter Zweck, für den die Zuwendung verwendet wird

Hinweis

In manchen Bundesländern erkennen die Finanzämter keine abgestempelte Durchschrift des Überweisungsbelegs mehr an. Um Rückfragen vorzubeugen legen Sie daher direkt den Kontoauszug als Nachweis bei.

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