Steuer-Flat und 146 Paragraphen

Steuer-Flat und 146 Paragraphen

Paul Kirchhof: So macht Steuern zahlen Spaß!


Die Flat-Rate – jetzt auch bei den Steuern. Paul Kirchhof ist wieder zurück. Und wer hätte es gedacht: Auf Krawall gebürstet. Seine neuen Ideen sind noch radikaler als die aus dem Wahlkampfjahr 2005. Seine Forderungen: Eine Steuer-Flat von 25 Prozent auf alle Einkommen. Steuern sollen nur noch auf Einkommen, Verbrauch, Umsatz und Erbschaften erhoben werden. Sein Ziel: Steuern zahlen soll wieder allen Spaß machen!

Sehnsucht nach Einfachheit

Für wen es am Ende was zum Feiern gäbe, ist nicht klar. Denn: Auch wenn sich „25 Prozent auf alles“erst mal ganz gut anhört, muss einfacher ja nicht unbedingt besser und gerechter bedeuten. Zwar sehnen sich viele Steuerzahler nach Einfachheit, aber das Leben ist kompliziert und viele Lebenssachverhalte würden sich durch so ein Konzept nicht abbilden lassen. Erste Berechnungen belegen sogar, dass das Kirchhof-Modell zu höheren Steuern bei den unteren Einkommen führen würden.

Und: Durch die Vereinheitlichung des Mehrwertsteuersatzes auf 19 Prozent würden Lebensmittel teurer, da für sie bisher ein ermäßigter Satz von sieben Prozent gilt. Dies träfe wieder Bezieher kleiner Einkommen hart.

Das revolutionäre Konzept im Kurz-Überblick:

    • Ein Steuergesetzbuch statt 200
    • 146 statt 33.000 Paragraphen im Steuerrecht
    • Nur noch 4, statt 30 Bundessteuern

      Weniger Steuer-Schlupflöcher: Statt 534 Steuer-Privilegien und -Ausnahmetatbeständen nur noch ein paar. Im Klartext: Keine Pendlerpauschale mehr, keine Steuerbefreiung bei den Nachtzuschlägen.

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