Steuerbonus für Betreuung Ihrer Haustiere

Steuerbonus für Betreuung Ihrer Haustiere

Wie Sie den Hundesitter absetzen können


Steuervorteil für die Betreuung Ihrer Haustiere? Bisher für die Finanzverwaltung undenkbar. Doch nun können die Ausgaben tatsächlich als haushaltsnahe Dienstleistung abgezogen werden. Aber was ist mit Tierpflege- und Tierarztkosten? Wir klären auf.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, und zwar mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Begünstigt sind beispielsweise die Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch ambulante Pflegedienste oder selbständige Pflegekräfte sowie die Betreuung von Kindern durch selbstständige Tagesmütter oder Au-pairs im Haushalt des Auftraggebers.

Noch in einem Erlass des Bundesfinanzministeriums aus 2014 ist festgelegt, dass Tierbetreuungs-, Tierpflege- und Tierarztkosten nicht steuerbegünstigt sind. Nun aber der Bundesfinanzhof hat gegen den Fiskus entschieden, dass die Versorgung und Betreuung eines Haustieres zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehört, denn die Versorgung von Haustieren habe einen engen Bezug zur Hauswirtschaft des Halters (Aktenzeichen VI R 13/15).

20 Prozent der Betreuungskosten absetzbar

Aktuell akzeptiert die Finanzverwaltung das BFH-Urteil und erkennt die Betreuung und Pflege von Tieren als haushaltsnahe Dienstleistung an. Also gibt‘s dafür auch eine Steuerermäßigung von 20 Prozent (BMF-Schreiben vom 09.11.2016).

Wichtig

Die Betreuung des Tieres muss innerhalb des Haushalts erfolgen.

Gassigehen ja, Tierpension nein

Die Kosten für die Versorgung und Betreuung des Haustieres – einschließlich der Anfahrtskosten – sind nur dann begünstigt, wenn die Betreuung im Haushalt bzw. auf dem Grundstück erfolgt. Die Steuervergünstigung gibt‘s also nicht, wenn das Tier außerhalb der Wohnung betreut wird, z.B. in einer Tierpension.

Geklärt hat der BFH aber nun, dass zumindest das „Ausführen“ des Tieres außerhalb der Wohnung nicht steuerschädlich ist. Schließlich gewährt der Fiskus den Steuerbonus ja auch für „die Begleitung von Kindern, kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen bei Einkäufen und Arztbesuchen sowie für kleinere Botengänge“ durch eine Haushaltshilfe außerhalb der Wohnung.

Kein Steuerbonus für Tierarzt

Eine weitere Frage ist, ob auch die Tätigkeit des Tierarztes als „haushaltsnahe Dienstleistung“ anzusehen ist? Leider nein. Nach Auffassung des Finanzgerichts Nürnberg gehört die Behandlung von Verletzungen und Krankheiten nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, gleichgültig ob bei Mensch oder Tier. Daher gibt es für solche Kosten keine Steuerermäßigung Ihr Haustier (Aktenzeichen VI R 13/15).

Sind die Leistungen des Tierarztes vielleicht mit „Handwerkerleistungen“ vergleichbar, für die es ebenfalls eine Steuerermäßigung von 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro gibt? Kommt nämlich ein Mechaniker ins Haus und repariert die Waschmaschine, besteht Anspruch auf den Steuerbonus. Gleiches müsste gelten, wenn der Tierarzt nach Hause kommt und den Dackel behandelt, oder?

Tiere sind zwar keine Sachen, doch „auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist“. Da der Gesetzgeber Tiere nicht ausgenommen hat, müsste der Hausbesuch des Tierarztes begünstigt sein. Doch nach Auffassung des Finanzgerichts Nürnberg stellen die Leistungen des Tierarztes keine Handwerkerleistungen dar (Aktenzeichen 4 K 1065/12).07

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