Steuerentlastungen und Vereinfachungen

Steuerentlastungen und Vereinfachungen

Bundesratsinitiative aus NRW


Das wären ja mal gute Nachrichten aus dem Steuerecht! Das Land Nordrhein-Westfalen hat eine Reihe von steuerlichen Entlastungen erarbeitet und in den Bundesrat eingebracht. So sollen insgesamt rund 800 Millionen Euro für Entlastungen sorgen. Wir haben die wichtigsten Vorschläge zusammengefasst.

Übungsleiterpauschale auf 3.000 Euro erhöhen

Die Übungsleiterpauschale soll angehoben werden: von 2.400 Euro auf ganze 3.000 Euro! Bis zu diesem Betrag können Sie Einnahmen aus der nebenberuflichen Tätigkeit steuer- und sozialabgabenfrei hinzuverdienen. Von der Pauschale können neben Übungsleitern auch Ausbildungsleiter, Erzieher, Betreuer sowie künstlerisch Tätige und Pfleger von behinderten, kranken oder alten Menschen profitieren.

Sie müssen die Tätigkeit im Dienst oder Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke ausüben.

Kinderbetreuungskosten bis 6.000 Euro absetzbar

Ausgaben für die Kinderbetreuung soll der Staat künftig bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro (bisher 4.000 Euro) berücksichtigen. Dadurch soll vor allem die Betreuung von Kindern zum Beispiel in Kitas und bei Tagesmüttern stärker unterstützt werden. So werden zwei Drittel der Kosten, maximal 6.000 Euro pro Kind steuerlich berücksichtigt.

Den Steuervorteil gibt es insbesondere für folgende Betreuungskosten:

  • Kindergarten, Krippe oder Hort
  • Tagesmütter oder Stellen zur Ganztagespflege
  • Aufsicht bei Erledigung der Schulaufgaben
  • Haushaltshilfe soweit die Ausgaben auf die Kinderbetreuung entfallen

Ausbildungsfreibetrag auf 1.200 Euro erhöhen

Steuerliche Entlastung ist auch für Eltern von älteren Kindern geplant. Der Freibetrag für Ausbildungskosten soll von 924 Euro auf 1.200 Euro steigen. Dieser gewährt Ihnen der Fiskus, wenn sich Ihr volljähriges Kind noch in Ausbildung befindet und Sie es dabei finanziell unterstützen. Voraussetzung ist, dass das Kind bereits einen eigenen Haushalt hat.

Pflegepauschbetrag soll auf 1.200 Euro steigen

Auch Personen, die nahestehende Personen pflegen und betreuen, sollen etwas aufatmen können. Der Pflegepauschbetrag soll von 924 Euro auf 1.200 Euro angehoben werden.

Mit diesem sind die Ausgaben abgegolten, die Ihnen für die persönliche Pflege einer Ihnen nahestehenden, dauernd hilflosen Person (Angehörige oder Lebensgefährte) in deren oder in Ihrer Wohnung entstehen. Der Pflegepauschbetrag wird nur gewährt, wenn Sie die Person unentgeltlich pflegen.

Behinderten-Pauschbetrag soll erhöht werden

Auch Menschen mit Behinderung sollen von einer Erleichterung profitieren: Die Behinderten-Pauschbeträge für Menschen mit Handicap sollen um jeweils 30 Prozent angehoben werden.

Je nach Grad der Behinderung steht Ihnen jährlich ein Pauschbetrag zur Verfügung. Damit sind alle Ausgaben abgegolten, die Ihnen durch Ihre Behinderung typischerweise entstehen. Diese Pauschbeträge ersparen Ihnen den mühsamen Nachweis von tatsächlichen, unmittelbar mit der Behinderung in Zusammenhang stehenden Kosten.

Wie geht es weiter?

Der Finanzausschuss der Länderkammer berät nun die Änderungsvorschläge. Ob aus den Vorschlägen dann auch wirklich Steuerentlastungen werden, die bei den Steuerbürgern ankommen? Warten wirs ab. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.

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