Alles zur Abgabe der Steuererklärung

Muss ich eine Steuererklärung abgeben?


Im Regelfall ist Ihre Steuererklärung gerne beim Finanzamt gesehen. Denn es möchte wissen, ob Sie genügend Steuern gezahlt haben. Im besten Fall erhalten Sie sogar eine Steuererstattung. In bestimmten Fällen sind Sie grundsätzlich zur Abgabe verpflichtet. Aber auch ohne Verpflichtung lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung. Was Sie für die Abgabe der Steuererklärung beachten müssen, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Kurz & Knapp

  • Im Durchschnitt rechnen Sie mit WISO Steuer mit einer Steuererstattung in Höhe von 1.674 Euro.
  • Die Fristen müssen Sie beachten: 31.7. oder 31.12.
  • Machen Sie es sich leicht: Lassen Sie die wichtigsten Steuerdaten automatisch eintragen.

Holen Sie sich Ihr Geld zurück!

Es kann sein, dass Sie nicht zur Abgabe Ihrer Steuererklärung verpflichtet sind. Das klingt erstmal nach weniger Arbeit. Dennoch lohnt es sich nachzurechnen. Es könnte nämlich eine Erstattung winken, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Mit WISO Steuer sind das im Schnitt 1.674 Euro – im Bundesdurchschnitt nur 1.027 Euro. In Erstattungsfällen sollten Sie sich also nicht scheuen und die Abgabe freiwillig beim Finanzamt vornehmen. Sie können die Steuererklärung sogar für 4 Jahre rückwirkend abgeben. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: Steuererklärung rückwirkend abgeben.

Abgabe Steuererklärung Übersicht Infografik

Abgabe der Steuererklärung: Wann bin ich dazu verpflichtet?

Ob Sie zur Abgabe verpflichtet sind oder freiwillig abgeben können, hängt unter anderem von Ihren Einkünften ab. Von Selbstständigen möchte das Finanzamt in jedem Fall die Steuererklärung haben. Sie sind also zur Abgabe verpflichtet. Denn oft erwartet das Finanzamt, dass Sie nachzahlen müssen. Aber auch hier lohnt es sich, das nochmals genau zu berechnen: Im besten Fall erwartet Sie eine Erstattung.

Kann ich mein Geld auch freiwillig zurückholen?

Ja, dann sollten Sie ihre Steuererklärung abgeben. Falls Sie Arbeitnehmer sind und kein weiteres Einkommen haben, können Sie oftmals mit einer Erstattung rechnen. In solchen Fällen fordert das Finanzamt Ihre Erklärung zwar nicht unbedingt ein. Aber Sie können die Abgabe der Steuererklärung auch ganz einfach freiwillig vornehmen und Ihre Steuern zurückholen. Das nennt man dann auch Antragsveranlagung.

Abgabe der Steuererklärung: Das sind die Fristen

Bis wann die Erklärung beim Finanzamt sein muss, hängt davon ab, ob die Abgabe verpflichtend oder freiwillig ist. Je nachdem gelten unterschiedliche Fristen.

Wie lange habe ich bei freiwilliger Abgabe Zeit für die Steuererklärung?

Bei der freiwilligen Abgabe gilt die 4-Jahres-Frist. Konkret bedeutet das: Sie können Ihre Steuererklärung bis zum 31.12. des vierten Kalenderjahres, das auf das Jahr der Steuererklärung folgt, abgeben. Bis zum 31.12.2020 können Sie also noch Ihre Steuererklärung für 2016 abgeben.

Abgabe Steuererklärung HinweisAchtung: Bis 31.12.2020 können Sie noch die Steuererklärung 2016 abgeben und sich Ihr Geld zurückholen. Sogar plus 0,5 Prozent Zinsen pro Monat.

Was gilt, wenn ich zur Abgabe verpflichtet bin?

Sind Sie gesetzlich verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, gilt Folgendes:  Erstellen Sie ihre Steuererklärung selbst, dann müssen Sie diese bis zum 31.07. des Folgejahres abgeben. Für die Steuererklärung 2020 haben Sie also Zeit bis zum 31.07.2021.

Info Icon AbgabeKönnen Sie den Termin nicht einhalten, haben Sie die Möglichkeit, Fristverlängerung zu beantragen. Das ist deshalb wichtig, weil Sie ansonsten bei verspäteter Abgabe womöglich einen Verspätungszuschlag zahlen müssen.

Wenn Sie ihre Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lassen, müssen Sie diese bis 28./29.02. des übernächsten Jahres abgeben. Ihre Steuererklärung 2020 muss in dem Fall also bis zum 28.02.2022 beim Finanzamt sein.

Abgesehen davon, kann das Finanzamt eine Steuererklärung allerdings auch bereits vorab anfordern.

Wie kann ich meine Erklärung am einfachsten abgeben?

Von Steuern nicht viel Ahnung? Auch keine Lust sich damit auseinanderzusetzen? Trotzdem – verschenken Sie kein Geld! Wir zeigen Ihnen, wie es am einfachsten geht: Am einfachsten geht das automatisch mit WISO Steuer.

Steuern Sparen Banner Abgabe Steuererklärung

Mit dem Steuer-Abruf füllt WISO Steuer viele Felder der Steuererklärung per Datenabruf automatisch für Sie aus. Das geht schnell und Vertippen ist ausgeschlossen. Das Beste: Der Steuer-Abruf trägt exakt die Daten ein, die auch bereits beim Finanzamt hinterlegt sind. Böse Überraschungen sind damit ausgeschlossen. Denn Sie wissen gleich, mit welchen Zahlen das Finanzamt rechnet. Das Wichtigste zum Steuer-Abruf zeigen wir Ihnen in unserem Video:

 

 

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

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Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

10 Kommentare

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  1. 2
    FraJoKu

    Guten Tag,
    ich verstehe das heutige Gejammere in Deutschland nicht. Jeder ( ich bin mittlerweile auch Rentner) hat (wenn er will) die Möglichkeit sich über vielfältige Art und Weise im Netz, bei Bekannten, Arbeitskollegen etc. auch über die Steuer(Erklärung etc) zu informieren. Ich mache seit 1974 meine Einkommenssteuer-Erklärung selbst. Ich wollte es wissen, als der damalige Bundeskanzler Schmitt verkündete, er könne seinen Steuerbescheid nicht verstehen. Einmal die Erklärung mit dem Bescheid vergleichen und schon versteht man, das was das FA mitteilt.
    Es gibt heute schon perfekte Steuersoftware (sogar mit Berechnung der Nach-/Rückzahlung) für knappe 5 EUR. Beim erstellen hilft die Software, gibt Tipps was wo einzutragen ist und/oder was noch alles geltend gemacht werden kann.

    • 3
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihren Beitrag in unserer Kommentarspalte. In der Tat ist die Steuererklärung und deren Tücken ein heiß diskutiertes Thema. Umso erfreulicher ist es für uns, auch einmal zu hören, dass Steuern nicht nur schwer und kompliziert sein müssen. Und wie Sie schon sagen: Auf die richtige Informationsquelle kommt es an. Wir hoffen, dass der Steuern-Sparen-Blog Ihnen hierfür ebenfalls gute Dienste erweist. Wussten Sie schon, dass auch WISO Steuer eine umfangreiche Hilfe-Funktion anbietet? Hier finden Sie ebenfalls Antworten auf zahlreiche steuerliche Fragen sowie anhängige Verfahren, Urteile und Verwaltungsanweisungen.

      Viele Grüße und eine schöne (Vor)Weihnachtszeit
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  2. 4
    Rebecca

    Leider ist das auch meine Meinung, ich habe diesen Beruf gelernt und denke für viele Menschen es ist nicht ohne Steuerberater möglich und die Kosten sind da echt nicht ohne.

    • 5
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank, dass Sie Ihre Einschätzung mit anderen Leserinnen und Lesern teilen. Sie haben recht, das Steuerrecht mit all seinen Feinheiten ist durchaus komplex und für den Laien, ja selbst manchmal für Leute vom Fach nicht leicht zu durchsteigen. Deshalb haben wir uns von der Steuern-Sparen-Redaktion es zur Aufgabe macht, die “Geheimnisse der Gesetzbücher” verständlich und anschaulich zu erklären. Dennoch gelingt es vermutlich auch uns nicht immer, den Steuer-Fachjargon ganz abzulegen. Deshalb sind wir umso dankbarer um jede Frage und jeden Hinweis, den Sie uns in den Kommentaren mitgeben. Übrigens: Für nützliche Tipps zur Steuererklärung schauen Sie gerne in unseren Beitrag “Steuererklärung selbst machen“. Weitere Informationen rund um die Steuererklärung sowie zu Einzelthemen gibt Ihnen auch das Programm WISO Steuer in der Steuer-Hilfe an die Hand.

      Viele Grüße und eine schöne Adventszeit
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  3. 6
    Bruno Nistl

    ich bin Rentner und befasse mich, obschon zuvor in der Krankenversicherung tätig, schon jahrelang mit Steuerangelegenheiten (Einkommenssteuer) , nutze auch immer das WISO.Programm: “steuer:Berater”, mit dem ich nur bestens gefahren bin. Aber nun auch mal eine Frage meinerseits. Sachverhalt: ein Bekannter von mir, Rentner seit 11/2016, der auch schon zu seinen Arbeitnehmerseiten nie eine Steuererklärung gemacht hat, wurde bisher auch nicht vom FA zur Einkommenssteuererklärung aufgefordert, obschon von der Höhe seiner Rente und betriebliche Zusatzversorgung Einkommenssteuern fällig wären. Man liest ja immer wieder, dass immer mehr Rentner von Jahr zu Jahr in die Steuerpflicht rutschen. Jetzt die eigentliche Frage: “Könnte der Bekannte im Rahmen der noch nicht verjährten Erklärungsjahre (4 Jahre) über entsprechende Suchläufe der gemeldeten Daten von der Dtsch. RV und Altersversorgungsstellen doch noch eine “Überraschung” erleben?

    • 7
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Frage. Der Steuern-Sparen-Redaktion ist sehr wichtig, die Anliegen unsrer Leser so ausführlich wie möglich beantworten zu können. Dennoch sind wir leider auch an rechtliche Vorgaben gebunden. Aus diesem Grund darf ich Ihnen zu einzelfallbezogenen Fragen leider keine steuerliche Auskunft geben. Dies ist nur bestimmten Berufsgruppen wie Steuerberatern, Rechtsanwälten, Lohnsteuerhilfevereinen, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfern vorbehalten.
      Gerne erläutere ich Ihnen aber kurz die Regeln zur Festsetzungsfrist: diese beträgt in der Regel 4 Jahre, kann aber in bestimmten Ausnahmen wie beispielsweise dem Verdacht der Steuerhinterziehung oder Steuerverkürzung auch bis zu 10 bzw. 5 Jahre betragen. Bei Unsicherheit, ob eine Abgabepflicht besteht oder nicht, lohnt es sich, im Zweifel beim Finanzamt direkt nachzufragen. Außerdem empfehle ich Ihnen hierzu unseren Beitrag: Steuererklärung – Pflicht oder Kür?.

      Viele Grüße und eine angenehme Vorweihnachtszeit
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  4. 8
    Brunow

    Ich habe einen Forstbetrieb der ca 1500€ Verlust erwirtschaftet.Meine Steuererklärung habe ich immer auf den amtlichen Vordrucken eingereicht.Nun teilt mir das Finanzamt mit,das ich keine Steuererklärung abgegeben hätte.Für das Jahr 2017 wurde der Gewinn auf 20.000€ und für 2018 auf 25.000€ geschätzt (es betrifft das Wi-Jahr 2017/2018).Die von mir(80J)beantragte Härtefallregelung wurde abgelehnt ua wurde darauf hingewiesen,dass ich ja einen Steuerberater beauftragen könne.
    So will man wohl das soziale Miteinander fördern?

    • 9
      Jochen Breunig

      Guten Tag Brunow,

      wir drücken Ihnen die Daumen und hoffen, dass sich die Situation aufklärt. Wenn Sie Ihre Steuererklärung mit WISO steuer:Web elektronisch (z.B. per steuer:Versand oder ELSTER mit Zertifikatsdatei) ans Finanzamt schicken, erhalten Sie vom Programm automatisch eine Versandbestätigung. Damit können Sie im Zweifel dann nachweisen, dass und wann die Steuererklärung an das Finanzamt geschickt wurde.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  5. 10
    hs

    ich finde es gelinde gesagt eine zumutung an die steuerbürger, wenn man von ihnen per gesetz verlangt, sich mit steuern und steuersoftware auszukennen.
    denkt man an rentner etc., die sich mit computer und dergleichen nicht auskennen. müssen alle bürger jetzt zum steuerberater laufen und hohe honorare begleichen zu ohnehin niedrigen rentenbezügen. ich ziehe hier vergleiche mit der gesetzlichen verdonnerung zur organspende.
    warum lassen wir uns alles gefallen?!

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