Steuererklärung ganz ohne Belege

Bald keine Zettelwirtschaft mehr?


Was Bund und Länder momentan planen, wünschen sich Millionen von Steuerzahlern bereits seit Beginn der Steuererklärung: Die Pflicht, Papierbelege einzureichen, soll 2016 abgeschafft werden.

Einreichen oder nicht einreichen? Bald keine Frage mehr!

Jedes Jahr aufs Neue das gleiche Spielchen: Alle relevanten Daten haben bereits ihren Platz in der Steuererklärung gefunden. Erleichterung macht sich breit. Doch halt:

Welche Belege aus dem vorliegenden Stapel will das Finanzamt denn jetzt überhaupt sehen? Alle? Wahrscheinlich nicht. Doch welche sind wichtig? Und was, wenn genau diese fehlen? Der Rotstift des Finanzbeamten ist sicherlich schnell gezückt…

Papierkrieg aus der alten Zeit

Mehr als 6,7 Millionen Papierzettel landeten im letzten Jahr in den Amtsstuben des Fiskus – allein in Bayern. Und das, obwohl bereits 40 Prozent der Steuererklärungen auf elektronischem Weg via ELSTER eingereicht werden. Was die deutsche Post freut, erinnert mittlerweile mehr an ein Überbleibsel aus der guten alten Zeit, in der Eintragungen noch handschriftlich auf vergilbten Papierformularen erledigt wurden.

Denn mittlerweile haben sich die Zeiten geändert: Noch bevor der Otto-Normal-Verbraucher einen Gedanken an die Steuererklärung verschwendet, hat der Fiskus bereits die relevanten Daten elektronisch übermittelt bekommen: Lohnsteuerdaten des Arbeitgebers, Beitragszahlungen der Krankenversicherung oder Rentenbeiträge – alles schon gespeichert.

Bald nur noch elektronisch?

Der frische Wind des elektronischen Zeitalters soll nun auch in den verstaubten Amtsstuben wehen. Die Finanzminister von Bund und Ländern hätten sich auf das Ziel verständigt, die überflüssige Zettelwirtschaft abzuschaffen. Dies verkündete der Finanzminister Bayerns, Markus Söder, zu Beginn dieser Woche.

Nach Schätzungen des Finanzministeriums könnte zukünftig auf rund zwei Drittel der eingereichten Belege verzichtet werden. Um weitere Zukunftsmusik lässt sich Markus Söder nicht lange bitten: Auch die Steuerbescheide sollen in nicht allzu langer Zeit elektronisch versendet werden.

Keine Pflicht, sondern Kür

Wer dem elektronischen Wege noch nicht vollständig vertraut, muss sich jedoch keine Gedanken machen: Es können weiterhin Rechnungen und Belege zur Anerkennung bei den Behörden eingereicht werden. Lediglich die verpflichtende Abgabe soll wegfallen.

Auch wenn bald keine Papierzettel mehr eingereicht werden müssen, werfen Sie trotzdem keine relevanten Rechnungen und Belege weg. Denn auch nach wie vor können die Finanzämter bei Zweifeln Papierbelege nachfordern.

 

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