Steuererklärungen ab 2017: Empfehlung zur Belegvorlage

Steuererklärungen ab 2017: Empfehlung zur Belegvorlage

Wie Sie Rückfragen vorbeugen können


Auch in die deutschen Amtsstuben hält sie langsam Einzug – die Digitalisierung. So gibt es seit dem 01.01.2018 keine Pflicht zur Belegvorlage mehr, d.h. für das Steuerjahr 2017 müssen Sie keine Nachweise mehr mitschicken. Erst wenn der Finanzbeamte Sie bei genauerer Prüfung Ihrer Steuererklärung dazu auffordert, müssen Sie diese nachreichen.

Bei einigen Sachverhalten kann es aber trotzdem sinnvoll sein, Nachweise zusammen mit der Steuererklärung einzureichen. Dazu hat die Steuerberaterkammer Düsseldorf auf der Basis von Erfahrungsberichten nun eine Empfehlung zur Belegvorlage zusammengestellt.

Bedeutende Sachverhalte brauchen eher Nachweise

Grundsätzlich gilt: Je bedeutender ein Sachverhalt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Finanzamt zur Belegvorlage bittet. Als bedeutend gilt ein Sachverhalt in der Regel, wenn er

  • neu bzw. erstmalig oder einmalig ist,
  • einen außergewöhnlichen (Geschäfts-)Vorfall darstellt,
  • sich gegenüber dem Vorjahr erheblich ändert oder
  • eine spürbare steuerliche Nachwirkung nach sich zieht.

Weitere Sachverhalte, für die die Steuerberaterkammer empfiehlt Nachweise einzureichen, sehen Sie hier.

Diese Empfehlungen dienen lediglich dazu, die potenziellen Nachfragen zu reduzieren. Eine Beleganforderung darüber hinaus liegt weiterhin im Ermessen der Finanzämter. Aus den Empfehlungen selbst ergeben sich keine neuen Pflichten zur Belegvorlage. Und auch für die Finanzämter stellen sie keine Handlungsanweisungen zur Beleganforderung.

Weniger Rückfragen, schnellere Bearbeitung

Rückfragen verlängern die Bearbeitungszeit für Steuerklärungen. Doch wenn Sie diese Tipps befolgen, können diese möglicherweise vermieden werden:

  • Prüfen Sie die allgemeinen Angaben zur steuerpflichtigen Person auf Aktualität (etwa Ihre Bankverbindung).
  • Sofern Sie mit der Steuererklärung Belege angekündigt haben, reichen Sie diese auch zeitnah ein.
  • Legen Sie Anträge und sonstige Schreiben nicht den Belegen bei, sondern senden Sie diese zur schnelleren Zuordnung getrennt.
  • Reichen Sie authentifizierte Erklärungen nicht zusätzlich in Papierform ein.
  • Reichen Sie die Erklärungen eines Steuerfalls nach Möglichkeit gemeinsam ein.
  • Reichen Sie Belege – bis zur Möglichkeit einer digitalen Belegübermittlung – in Papierform ein. Zur schnelleren Abwicklung von Beleganforderungen erscheint es jedoch sinnvoll, dass steuerliche Berater die bei der Erstellung der Erklärung vorhandenen Belege bereits heute in elektronischer Form vorhalten.
  • Machen Sie möglichst genaue und konkrete Angaben:
StattBesser
Spende: € 250,- SOS-Kinderdorf (6/2017): € 250,-
Fortbildung: € 700,- Ärztekongress Berlin (23.-26.3.2017); Teilnahmegebühr: € 700,-
Reparaturen: € 800,- Lohnanteil Rep. Heizung v. 26.6.2017 (Heizungsbau GmbH): € 800,-
Krankheitskosten: € 1.500,- Zahnbehandlung v. 16.12.2017 (Dr. Hans Mayer): € 1.500,-
  • Geben Sie keine Gesamtsummen an, sondern – wenn möglich – die Einzelpositionen, und nutzen Sie Mehrfachzeilen.
  • Geben Sie die Daten kennzifferngerecht in die Steuererklärung ein.
  • Die Steuerverwaltung geht davon aus, dass alle wichtigen Angaben bereits in der Steuererklärung vorgenommen werden. In Ausnahmefällen, wenn Sie wichtige Sachverhalte nicht in der Steuererklärung angeben können, haben Sie die Möglichkeit, auf „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“ aufmerksam zu machen. Dies tragen Sie in der Zeile 98, welche ab dem Besteuerungszeitraum 2017 neu eingeführt wurde.
  • Gleiches gilt, wenn Sie bei den in der Steuererklärung erfassten Angaben bewusst eine von der Verwaltungsauffassung abweichende Rechtsauffassung zugrunde gelegt haben. Hier müssen Sie dann den Sachverhalt konkret darstellen. Zudem sollte die abweichende Rechtsauffassung begründet werden.

Falls Sie mit der Steuererklärung lediglich Belege und Aufstellungen einreichen wollen, ist kein Eintrag in der neuen Zeile notwendig. „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“ mit einer Kennzeichnung in der Zeile 98 führen zwingend zur personellen Fallbearbeitung, wodurch sich die Bearbeitungszeit der Steuererklärung verlängert.

 

3 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Rüdiger Hahn

    Es schleichen sich bei mir immer wieder Fehler ein. Zum Beispiel werden Daten aus dem Vorjahr übernommen, obwohl ich sie aktualisiert habe.
    Bei bestimmten Angaben wie z.B. Gewerbebetrieb (Fotovoltaik) brauche ich endlos lange bis ich die richtigen Zahlen eingegeben habe- trotzdem bleiben Zweifel!

    Ich werde wieder die Papiervariante an das Finanzamt schicken.

  2. 2
    Karl Fuchs

    PV-Anlage ist nur auf den ersten Blick ein bißchen knifflig, weil die Eingabeidialoge dafür nicht optimal ausgelegt sind. Wenn man es aber einmal heraus hat, ist es nicht mehr so schwierig, weil man dank Datenübernahmemöglichkeit im Folgejahr gleich wieder das richtige Schema hat. Das Aktualisierungen nach Datenübernahmen wieder verlorengehen ist zumindest mir noch nicht passiert.

  3. 3
    Albrecht Raff

    Ich übernehme die Vorjahreswerte immer aus dem TAX Programm des Vorjahres und nicht vom FA. Das geht natürlich nur bei gleichen Programmen!

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