Steuern sparen mit Büchern

Steuern sparen mit Büchern

Mit Harry Potter


Bücher und Zeitschriften können steuermindernde Werbungskosten sein. Allerdings muss dabei klar sein, dass die Literatur auch tatsächlich im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen muss. Insbesondere bei Lehrern können sich hier jedoch Abgrenzungsschwierigkeiten ergeben.

Grundsätzlich alles möglich

Solche Abgrenzungsschwierigkeiten sind zwar weniger bei einem Mathematiklehrer gegeben, da hier nur sehr fachspezifische Literatur in Frage kommt. Bei einem Deutschlehrer hingegen kann die Abgrenzung zwischen privater oder beruflicher Literatur schon schwieriger ausfallen. Schließlich kommt es hier darauf an, ob die Anschaffung, beispielsweise eines Harry Potter Bandes, ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich erfolgt.

Der Urteilssachverhalt

In einem aktuell veröffentlichten Urteil (Aktenzeichen VI R 53/09) hat der Bundesfinanzhof nun den steuermindernden Ansatz erheblich vereinfacht. Der hier klagende Lehrer unterrichtete Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik. In seiner Steuererklärung machte er Literaturaufwendungen von über 3 2.100 als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt und Finanzgericht wollten jedoch nur pauschal 50 Prozent der Aufwendungen steuermindernd anerkennen. Der Grund: Der Lehrer habe es versäumt für jedes einzelne Buch konkret darzulegen, wann, in welcher Klasse, in welchem Fach und zu welchem Thema jedes einzelne Buch im Unterricht verwendet worden ist. Da der Lehrer aber für die berufliche Veranlassung die Beweislast trägt, können die Literaturkosten nicht zur Gänze angesetzt werden.

Bundesfinanzhof eröffnet Argumentationsspielräume

Grundsätzlich stimmen die obersten Finanzrichter ihren erstinstanzlichen Kollegen darin zu, dass die Beweislast für die Darlegung der beruflichen Veranlassung beim Steuerpflichtigen liegt. Allerdings haben die Erstinstanzler nur auf die Verwendung der Literatur im Unterricht abgestellt. Dies ist eine unzulässige Verengung des beruflichen Veranlassungszusammenhangs. Denn es kommt nicht darauf an, ob das entsprechende Buch auch tatsächlich Eingang in den Unterricht gefunden hat. Selbst wenn das Buch für eine Unterrichtseinheit angeschafft wurde, die tatsächlich niemals abgehalten wurde, bleibt der Werbungskostenabzug erhalten. Voraussetzung dabei ist immer, dass der Lehrer die ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegend berufliche Nutzung der Literatur darlegen kann.

Das Bonbon aus München

Im Sachverhalt war der Lehrer privat Mitglied der „American Anthropological Association“, worin das Finanzamt einen privaten Grund für die Anschaffung der diversen Fachliteratur sah. Der Bundesfinanzhof weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die privaten Interessen einer beruflichen Veranlassung nicht entgegen stehen. Wenn dargelegt werden kann, dass eine überwiegende berufliche Nutzung gegeben ist, steht der steuerlichen Berücksichtigung nichts im Weg.

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