Steuersparfinale 2018

Steuersparfinale 2018

Kurz vor dem Jahreswechsel noch schnell die Steuerlast senken


Weihnachtsessen planen, Geschenke besorgen, Silvesterreise buchen – es gibt viel zu tun so kurz vor Jahresende. Doch sich auf den letzten Metern hinter die Steuererklärung zu klemmen, lohnt sich häufig sehr. Diese Tipps helfen Ihnen auf Ihrem Weg ins Steuersparfinale.

Steuererklärungen rückwirkend abgeben

Wussten Sie, dass Sie jetzt noch Ihre Steuererklärung für 2014 abgeben können? Vorausgesetzt, Sie sind Arbeitnehmer ohne weitere Nebeneinnahmen. Dann haben Sie vier Jahre Zeit, um freiwillig eine Steuererklärung abzugeben. Und das lohnt sich: Mit dem WISO steuer:Sparbuch bekamen Steuerzahler im Schnitt ganze 1.400 Euro Steuererstattung zurück!

Wenn Sie also beispielsweise für das Steuerjahr 2014 noch keine Steuererklärung abgegeben haben können Sie noch bis zum 31.12.2018 eine Antragsveranlagung einreichen und die Steuererstattung einstreichen.

Kindergeld nachfordern

Eltern haben nach der Geburt ihres Kindes eigentlich Besseres zu tun als Behördengänge zu erledigen. Haben Sie es bisher versäumt, für Ihren Nachwuchs Kindergeld zu beantragen? Dann können Sie bis Ende Dezember einen Antrag stellen, um rückwirkend die Unterstützung einzufordern.

Hier gab es 2018 allerdings eine Änderung: Konnten Sie früher eine Auszahlung rückwirkend für vier Jahre erhalten, ist das ab Januar 2018 nur noch für sechs Monate rückwirkend möglich.

Handwerker: Bis zu 1.200 Euro Steuervorteil

Sie haben die Küche erst kürzlich renoviert? Diese Kosten mindern Ihre Steuerlast. Für Handwerkerleistungen gewährt das Finanzamt Steuerbonbons in Höhe von 20 Prozent der Kosten und maximal 6.000 Euro – ergibt einen Steuervorteil von bis zu 1.200 Euro. Absetzbar sind hierbei Arbeitslohn, Fahrtkosten und Maschinenmiete.

Und das Bad wollen bis Silvester auch noch neu fliesen? Dann sollten Sie kurz den Taschenrechner rausholen. Denn falls Sie die Grenze von 6.000 Euro bereits erreicht haben, lohnt es sich die Zahlung dieser Rechnung bis ins nächste Jahr hinauszuzögern. Die Kosten sind nämlich nur in dem Jahr absetzbar, in dem sie auch beglichen wurden. So geht kein Abzugspotenzial verloren und Sie sichern sich bereits fürs nächste Jahr eine Steuervergünstigung.

Die Kosten für Handwerker und Co. sind nur absetzbar, wenn die Arbeitsleistung in Ihrem Privathaushalt erbracht wurde. Zudem müssen Sie die Rechnung per Überweisung bezahlen. Zahlen Sie bar, geht der Steuervorteil verloren.

Heiraten oder versöhnen

Wie wäre es, wenn Sie noch in 2018 zum Altar schreiten? So sichern Sie sich den Splitting-Vorteil – sogar rückwirkend für das gesamte Jahr 2018. Das lohnt sich besonders, wenn Sie beide unterschiedlich gut verdienen.

Sie leben von Ihrem Ehepartner offiziell getrennt? Dann können Sie die Vorteile des Ehegattensplittings nicht nutzen. Wenn Sie jedoch auf Versöhnungskurs sind, sollten Sie sich beeilen und noch in diesem Jahr wieder zusammenziehen. Denn selbst wenn Sie nur einen Tag in 2018 mit Ihrem Ehepartner zusammengelebt haben, können Sie damit kräftig Steuern sparen.

Bahntickets für 2019 schon jetzt kaufen

Bei Ihnen heißt es auch für 2019: Zur Arbeit mit der Bahn? Dann kaufen Sie doch schon jetzt das Jahres-Zugticket für 2019. Den Kaufpreis können Sie dann bereits in der Steuererklärung 2018 als vorweggenommene Werbungskosten absetzen. Zusätzlich dazu können Sie die Entfernungspauschale für die Fahrten zur Arbeit für das Jahr 2018 beanspruchen. Die Bündelung der Fahrtkosten bringt für Sie einen satten Steuervorteil mit der nächsten Steuererklärung. Heißt aber auch: einen geringeren Steuervorteil in 2019.

Ausgaben für Gesundheit bündeln

Krank sein kann den Geldbeutel schon mal erheblich schmälern. Unterstützung gibt’s vom Finanzamt: Einige Kosten, die die Krankenkassen nicht erstatten, dürfen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgezogen werden. Allerdings gilt hier eine Zumutbarkeitsgrenze – und diese können Sie meist nur durch Bündelung der Ausgaben erreichen.

Haben Sie dieses Jahr schon eine teure Zahnbehandlung hinter sich, kann es sich lohnen, weitere Krankheitskosten in das laufende Jahr vorzuverlegen.

Sie hatten Glück und kaum Ausgaben für Ihre Gesundheit in diesem Jahr? Dann verschieben Sie große Anschaffungen doch lieber ins neue Jahr – damit es sich auch richtig lohnt.

Spenden: Gutes tun und sparen

Zeigen Sie sich großzügig und beteiligen das Finanzamt an Ihren Kosten. Denn Zahlungen an gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen sowie an Parteien dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen.

Spenden und Mitgliedsbeiträge sind bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer Einkünfte als Sonderausgaben abzugsfähig. Bei Zuwendungen bis 200 Euro reicht dem Finanzamt der Kontoauszug als Nachweis.

Kinderbetreuungskosten: Höchstbeträge ausschöpfen

Wenn Mama und Papa arbeiten gehen, hütet die Tagesmutter die Kinder. Die Ausgaben für die Betreuung Ihrer Kinder können Sie beim Finanzamt geltend machen. Zwei Drittel der Kosten und maximal 4.000 Euro pro Kind werden steuerlich berücksichtigt.

Insbesondere sind das Kosten für:

  • Kindergarten, Krippe oder Hort
  • Tagesmütter oder Stellen zur Ganztagespflege
  • Aufsicht bei Erledigung der Schulaufgaben
  • Haushaltshilfe soweit die Ausgaben auf die Kinderbetreuung entfallen

Haben Sie den Höchstbetrag von 4.000 Euro in 2018 bereits überschritten? Dann sollten Sie weitere Zahlungen ins nächste Jahr verzögern. Liegen Sie darunter, ziehen Sie Zahlungen vor und leisten diese noch in 2018.

Wohnungsbauprämie sichern

Steuerlich geht einiges vor dem Jahresende auch bei Bausparern. Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unterhalb der Grenze von 25.600 Euro bei Ledigen bzw. von 51.200 Euro bei Verheirateten liegt, haben Sie Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Diese beträgt 8,8 Prozent auf alle Einzahlungen bis maximal 512 Euro für Ledige bzw. 1.024 Euro für Verheiratete.

Möchten Sie die Prämie erhalten, füllen Sie noch bis Ende Dezember 2018 den Vertrag mit einer Sonderzahlung aus. Wichtig: Senden Sie Ihren Antrag für 2016 bis spätestens 31.12.2018 an Ihre Bausparkasse.

 

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