Steuertipps für Alleinerziehende

Steuertipps für Alleinerziehende

So sparen Sie eine Menge Steuern


Kinder ohne Partner aufzuziehen ist nicht immer leicht. Hier greift der Staat helfend unter die Arme: Mit diversen Freibeträgen und der Abzugsmöglichkeit vieler Kosten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie als Alleinerziehender am meisten Steuern sparen können.

Steuerklasse II

Alleinerziehende erhalten die Steuerklasse II – und damit zahlreichen Vergünstigungen.

Voraussetzung: Sie müssen mindestens ein Kind alleine erziehen und versorgen, das mit Ihnen dauerhaft in Ihrem Haushalt lebt. Zudem müssen Sie für das Kind Kindergeld erhalten.

Egal ist hingegen, ob Sie ledig, geschieden, verwitwet sind oder vom Partner dauerhaft getrennt leben. Sobald Sie wieder heiraten oder eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingehen, sind die Voraussetzungen für die Steuerklasse II nicht mehr gegeben.

Wie bekommen Sie Steuerklasse II?

Füllen Sie einfach den Vordruck „Versicherungserklärung zum Entlastungsbetrag“ aus und geben ihn beim Finanzamt ab. Diesen können Sie hier herunterladen. (Formularcenter, Formulare A-Z, Lohnsteuer).

Haben Sie sich bereits vor der Geburt Ihres Kindes getrennt? Oder bereits im vergangenen Jahr getrennt voneinander gelebt? Dann geben Sie das Formular „Erklärung zum dauernden Getrenntleben“ ab. Die neuen Lohndaten teilt das Finanzamt dann Ihrem Arbeitgeber mit.

Kindergeld…

Ob alleinerziehendes Elternteil oder zusammenlebendes Elternpaar – Von der Geburt des Kindes an erhalten Eltern monatlich:

  • für das erste und zweite Kind jeweils € 184
  • für das dritte Kind € 190
  • für jedes weitere Kind jeweils € 215

… oder Kinderfreibetrag?

Dies sind Freibeträge, die für einen bestimmten Betrag Ihres Einkommens Steuerfreiheit ermöglichen. Je Elternteil werden aktuell € 2.184 angerechnet. Generell gilt: Niedrigere Einkommen profitieren vom Kindergeld, höhere von den Kinderfreibeträgen. Denn nicht immer werden die Kinder bei der Berechnung der Steuer berücksichtigt.

Nur, wenn der Ansatz der Freibeträge Ihre Steuer mehr mindert, als das ausbezahlte Kindergeld, profitieren Sie von der zusätzlichen steuerlichen Entlastung. Die Differenz zwischen steuerlicher Entlastung und zuvor bezahltem Kindergeld erhalten Sie dann als Steuererstattung.

Alleinerziehende, die nur Ihren Teil der Freibeträge in der Steuererklärung angeben (Kinderfreibetrag von € 2.184 und BEA-Freibetrag von € 1.320 für einen Elternteil) werden zusätzlich steuerlich entlastet, wenn die steuerliche Wirkung durch die Freibeträge höher ist, als das halbe Kindergeld. Dabei kommt es nicht darauf an welcher Elternteil das Kindergeld erhält.

Kann der Kinderfreibetrag übertragen werden?

Ja, aber nur in bestimmten Ausnahmefällen. Grundsätzlich steht jedem Elternteil sein hälftiger Freibetrag zu. Ist der andere Elternteil verstorben, verschwunden oder nicht feststellbar, erhalten Sie den vollen Freibetrag.

Weiterhin ist eine Übertragung möglich, zum Beispiel, wenn ein Elternteil seine Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem Kind nicht zu mindestens 75 Prozent erfüllt. Auch wenn der andere Elternteil mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist, kann eine Übertragung beantragt werden.

Für die Übertragung des Kinderfreibetrags ist ein Antrag nötig. Diesen können Sie hier herunterladen (Formularcenter, Formulare A-Z, Lohnsteuer).

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Der Entlastungsbetrag beträgt € 1.308 und mindert direkt Ihr zu versteuerndes Einkommen. Das Finanzamt berücksichtigt den Betrag automatisch – Nachweise müssen Sie nicht vorlegen. Auch egal ist, ob Sie Kindergeld erhalten.

Verbringt Ihr Nachwuchs jedoch fast gleich viel Zeit bei Ihnen und dem anderen Elternteil und Sie können sich nicht einigen, bekommt nur der Kindergeld-Empfänger den Entlastungsbetrag abgezogen.

Wichtig

Auch wenn mehrere Kinder in Ihrem Haushalt leben, wird der Entlastungsbetrag nur einmal abgezogen.

Kinderbetreuungskosten

Zwei Drittel Ihrer Ausgaben, maximal € 4.000 pro Kind unter 14 Jahren, werden jährlich als Sonderausgaben berücksichtigt.

Absetzen können Sie ziemlich alles, was unter Kinderbetreuung fällt: Babysitter, Kindergartenbeiträge, Hort-Gebühren, Tagesmutter oder auch die Haushaltshilfe, wenn sich diese um Ihr Kind kümmert.

Wichtig: Lassen Sie sich von der betreuenden Person ein Rechnung ausstellen. Zahlen Sie diese unbedingt per Überweisung! Bei einer Barzahlung geht die Steuerermäßigung verloren.

Wer kann welche Ausgaben ansetzen?

Oft geben beide Eltern Geld für die Betreuung der Kleinen aus – auch wenn sie getrennt voneinander leben oder geschieden sind. Grundsätzlich kann der Elternteil die Kosten in der Steuer ansetzen, der die Ausgaben auch tatsächlich hatte und zu dessen Haushalt das Kind gehört. Trifft dies bei beiden Elternteilen zu, kann jeder seine tatsächlich getragenen Kosten zu zwei Dritteln bis zu € 2.000 (halber Höchstbetrag) geltend machen.

Auch ist es möglich, den Höchstbetrag individuell aufzuteilen. Dafür müssen die Eltern einen gemeinsamen Antrag stellen. Doch auch hier gilt: Nur das Elternteil, dass die Kosten selbst getragen hat, kann diese auch absetzen.

Tipp: Betreuungsvertrag

Leben Eltern ohne Trauschein zusammen, sollten beide Partner einen Vertrag für Kinderbetreuung schließen. Hört sich komisch an, lohnt sich aber steuerlich. Denn so können beide Aufwendungen für die Betreuung des Nachwuchses steuerlich absetzen. .

Übertragung des BEA-Freibetrags

Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung in Höhe von € 1.320 steht Eltern minderjähriger Kinder zu – grundsätzlich beiden Elternteilen zur Hälfte. Er kann auch von einem Elternteil auf den anderen übertragen werden. Es genügt ein einseitiger Antrag des betreuenden Elternteils, ohne dass weitere Nachweise oder Begründungen vorgelegt werden müssen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Kind beim barunterhaltspflichtigen Elternteil an keinem Tag im Jahr gemeldet ist.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Fine

    Vielen Dank für den Beitrag. Ich bin mittlerweile schon seit 3 Jahren Alleinerziehende und habe immer ein paar Probleme mit der Einkommensteuererklärung gehabt. Meist habe ich mich dann an einen Steuerberater gewandt. Diesen Artikel werde ich bei der nächsten Steuererklärung aber auch mal berücksichtigen.

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