Steuervorteil für betreutes Wohnen?

Was gilt bei Pflege- und Betreuungskosten?


Pflege- und Betreuungskosten mindern als haushaltsnahe Dienstleistung die Steuer. Doch wie sieht es bei der Betreuungspauschale aus? In welchen Fällen kann man diese steuerlich geltend machen?

Wohnen in Heim, Stift oder Residenz

Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen sind bis zu 20.000 Euro mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr, direkt von der Steuerschuld abziehbar.

Dazu gehören auch Pflege- und Betreuungsleistungen sowie Ausgaben für das Wohnen im Altersheim, Altenwohnheim, Pflegeheim oder Wohnstift.

Betreuung und Hilfe im Notfall

Eine privilegierte Form ist das betreute Wohnen in einer Seniorenresidenz in einer eigenen Wohnung. Beim betreuten Wohnen wird vom Anbieter neben der Unterkunft ein Paket an allgemeinen Unterstützungsleistungen über einen sog. Betreuungsvertrag zur Verfügung gestellt, so auch Hilfe und Betreuung im Notfall.

Dafür ist eine Betreuungspauschale zu zahlen, und zwar auch dann, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Frage ist, ob für die Betreuungspauschale die Steuervergünstigung beansprucht werden kann.

Betreuungspauschale steuerbegünstigt

Nun hat das Finanzgericht Nürnberg entschieden, dass die Betreuungspauschale steuerbegünstigt ist und davon 20 Prozent von der Steuerschuld abgezogen werden können.

Die Betreuungspauschale umfasst

  • das Vorhalten eines 24-Stunden-Bereitschaftsdienstes
  • die Soforthilfe im Notfall
  • die hauswirtschaftliche Versorgung im Krankheitsfall
  • eine Pflege bei kurzzeitiger Erkrankung

Diese Leistungen seien mit einer Hilfe im Haushalt vergleichbar. Bereits durch das Vorhalten der Leistungen – auch ohne konkrete Inanspruchnahme – werde eine haushaltsnahe Dienstleistung erbracht (Urteil des Finanzgericht Nürnberg, Aktenzeichen 6 K 1026/13).

Vertrag genügt

Interessant an diesem Fall ist, dass für die Steuervergünstigung ein Vertrag über das Vorhalten von haushaltsnahen Leistungen genügt. Auf die tatsächliche Inanspruchnahme der Leistungen kommt es nicht an.

Die Gewissheit, im Notfall sofort Hilfe zu bekommen, bedeutet für ältere Bürger ein hohes Sicherheitsgefühl. Und so sind bereits der 24-Stunden-Notruf und das Vorhalten der Leistungen zur Betreuung alter Menschen wertvolle Dienstleistungen und die Kosten in Form einer Pauschale dafür steuerlich abziehbar.

Falls Ihr Finanzamt im vergleichbaren Fall den Steuerbonus verweigert, legen Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid ein und beantragen unter Hinweis auf die Revision VI R 18/14 das Ruhenlassen.

 

 

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