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Steuerzinsen

Nachzahlungszinsen auch bei Verschulden des Finanzamtes?


Wenn Sie Ihren Steuerbescheid später als 15 Monate nach dem Steuerjahr – also nach dem 1. April des übernächsten Jahres – erhalten und Sie Steuern nachzahlen müssen, verlangt das Finanzamt auf die Steuernachzahlung auch noch Nachforderungszinsen. Die gezahlten Zinsen sind steuerlich leider nicht absetzbar und auch nicht verrechenbar mit Guthabenzinsen.

Die Frage ist, ob das Finanzamt solche Nachforderungszinsen auch dann verlangen darf, wenn die Nachzahlung auf einem Verschulden des Finanzamts beruht. Z.B. weil es sich mit der Bearbeitung der Steuererklärung so lange Zeit ließ, oder weil es wegen eines Fehlers zunächst Steuern erstattet hat und diese dann später zurückfordert. Oder weil es eine Betriebsprüfung mehrere Jahre verzögert.

Egal, wo der Fehler liegt

Der Bundesfinanzhof hat bestätigt, dass Nachforderungszinsen auf eine Steuernachzahlung unabhängig von einem Verschulden des Finanzamtes zu zahlen sind. Es spielt also keine Rolle, ob der Fehler, der zu der Nachzahlung geführt hat, dem Finanzamt anzulasten ist. (BFH-Beschluss vom 13.12.2011, VIII B 136/11).

Wichtig

Werden im Steuerbescheid Nachforderungszinsen auf eine Steuernachforderung festgesetzt, die eindeutig auf einem Verschulden des Finanzamtes beruht, sollten Sie einen “Antrag auf Erlass aus Billigkeitsgründen” stellen.

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