Arbeitszimmer
Bogen rund

Strenge Regeln beim Arbeitszimmer bleiben

Bei privater Mitbenutzung kein Kostenabzug


Wieder einmal hatten die höchsten Finanzrichter eine Grundsatzfrage zum Thema Arbeitszimmer zu entscheiden. Und wieder einmal entschieden sie gegen die Steuerzahler. Tausende Arbeitnehmer bleiben nun auf ihren Kosten sitzen.

(Fast) ausschließliche berufliche Nutzung

DIE große Streitfrage der letzten Jahre lautete: Muss das Arbeitszimmer ausschließlich beruflich genutzt werden? Oder kann man es auch teilweise privat nutzen und die Kosten dann je nach Nutzung aufteilen?

Bisher war die Lage eindeutig – und zu Lasten der Steuerzahler: Arbeitszimmer wurden nur dann anerkannt, wenn sie nahezu ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken genutzt wurden. Selbst wenn der Raum nur knapp über 10 Prozent privat genutzt wurde, wurden die Kosten komplett gestrichen!

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel: Arbeitszimmer absetzen

Strenge Regeln bleiben bestehen

Nun bestätigten die Richter des Bundesfinanzhofes erneut diese Meinung. Sobald ein Raum auch nur gering privat mit genutzt wird, bleibt hierfür der Steuerabzug versagt. Steht im Arbeitszimmer beispielsweise eine Gästecouch, bleibt der Steuerzahler auf den Kosten sitzen. Selbst eine prozentuale Aufteilung der Kosten wurde nun höchstrichterlich verworfen. Somit bleiben auch Arbeitsecken Privatvergnügen.

Begründung der Richter: Es lasse sich kaum überprüfen, wie viel Zeit der Bewohner tatsächlich in dem Raum arbeite. Selbst ein Zeitenbuch, in dem der Steuerzahler seine Anwesenheit im Zimmer notierte, schmetterten die Richter mangels Beweiswert ab.

Darum ging es

Ein Vermieter verwaltete seine zwei Mehrfamilienhäuser in seinem heimischen Büro. Die Arbeiten protokollierte er in einem Tätigkeitsbericht. Ergebnis: Er nutzte den Raum zu 60 Prozent beruflich – und wollte diesen Prozentteil auch bei der Steuer geltend machen. Doch das Finanzamt strich – wie bisher üblich – die Ausgaben gänzlich. Der Mann klagte dagegen.

Das Finanzgericht entschied ursprünglich zu Gunsten des Mannes, dass er die 60 Prozent als Werbungskosten abziehen könne. Auch der neunte Senat des BFH sprach sich für eine Kostenaufteilung aus. Doch die erhoffte Steuererleichterung für Tausende Steuerzahler blieb nun letztinstanzlich aus.

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