Studienreise

Muss beruflich veranlasst sein


Fremde Kulturen kennenlernen und sich dabei weiterbilden. Klingt nach einer guten Idee. Auch Lehrer nutzen Studienreisen gerne um ihren Horizont zu erweitern. Aber was sagt der Fiskus dazu?

Kosten für Bildungsurlaub

Eine Lehrerin erzielte zu ihrem Lohn auch gewerbliche Einkünfte als Kursleiterin und als Nachhilfelehrerin. Deshalb machte sie in ihrer Steuererklärung Kosten für einen Bildungsurlaub im Ausland geltend. Doch der Fiskus erkannte die Kosten nicht an. Deshalb musste der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden.

Werbungskosten

Werbungskosten sind Ausgaben, die Ihnen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen dienen. Dazu zählen auch Ausgaben für Ihre Bildung. Wichtig dabei: die Kosten müssen von beruflicher Natur sein. Im Klartext: die Ausgaben müssen objektiv Ihrem Job zugeordnet sein und subjektiv zu dessen Förderung dienen. Wenn Sie zu Bildungszwecken verreisen, muss ein beruflicher Grund vorliegen. Der BFH geht von einer beruflichen Veranlassung aus, wenn die Reise ausschließlich oder nahezu ausschließlich dem Job zuzurechnen ist.

Beruflich und privater Teil

Ist die Studienreise nicht ausschließlich aus beruflichen Gründen erfolgt? Können Sie die Reisekosten einem beruflichen und privaten Teil zuordnen? Gut. Dann steht einer Aufteilung nichts im Wege.

Die Voraussetzungen dafür sind:

  • Die Reise ist fachlich organisiert,
  • das Reise-Programm entspricht Ihren beruflichen Bedürfnissen und
  • die Teilnehmer bilden eine homogene Gruppe.

Doch diese Voraussetzungen waren bei der Lehrerin nicht erfüllt.

Unser Tipp: Lassen Sie sich ein Zertifikat und eine Rechnung vom Veranstalter aushändigen. Dabei ist meistens eine genaue Auflistung Ihrer geleisteten Kurse zu finden. So können Sie unter Umständen auch gemischte Kosten aufteilen. Achten Sie darauf, dass die aufgezählten Voraussetzungen erfüllt sind. Liegen diese nicht vor, entscheidet der Fiskus im Zweifel nicht zu Ihren Gunsten.

Steuerberatung?

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