Tennisarm wegen Computerarbeit

Tennisarm wegen Computerarbeit

Liegen Krankheitskosten vor?


Krankheitskosten die durch Ihren Beruf entstanden sind, können Sie voll als Werbungskosten absetzen. Ein Tennisarm wegen häufiger Nutzung einer Computermaus gehört jedoch nicht dazu.

Was gilt bei einer Berufskrankheit?

Ausgaben aufrund einer Berufskrankheit sind in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar. Dieser Abzug hat erhebliche Vorteile: Zum einen wird hier – anders als bei außergewöhnlichen Belastungen – keine zumutbare Belastung angerechnet. Zum anderen fallen die Krankheitskosten nicht „unter den Tisch“, falls die Ausgaben höher als die Einnahmen sind. Sie führen zu negativen Einkünften, die im Wege des Verlustabzugs in das Vorjahr zurück- oder in das Folgejahr vorgetragen werden können.

Typischer Tennisellenbogen

Grundsätzlich werden nur Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt, die in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt sind. In dieser Liste unter Nummer 2101 finden sich „Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können.“ Darunter kann auch der typische Tennisellenbogen fallen, vorausgesetzt, der Körperschaden ist auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen.

Der Fall

Doch nun entschied das Landessozialgericht Darmstadt, dass ein Tennisarm bei häufiger Nutzung der Computermaus nicht ursächlich auf eine Berufstätigkeit am Computer zurückzuführen ist – und daher nicht als Berufskrankheit anzuerkennen ist (Aktenzeichen L 3 U 28/10).

Der Kläger leidet unter einer Epicondylitis humeri radialis (sog. Tennisellenbogen). Seine Schmerzen an Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk führt er auf seine Bürotätigkeit zurück. Mehr als drei Viertel seiner täglichen Arbeitszeit habe er am Computer komplexe Datenlisten bearbeiten und dabei ständig mit der Computermaus hoch- und runterscrollen müssen. Den Antrag des 51-jährigen Mannes auf Anerkennung einer Berufskrankheit lehnt die Berufsgenossenschaft ab. Die Richter bestätigen die Ablehnung.

Begründung

Voraussetzung für die Anerkennung als Berufskrankheit ist, dass die Körperschäden auch auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen sind. Die ausgeübte Tätigkeit muss zu dem besonderen Risiko führen, von der entsprechenden Krankheit betroffen zu werden. Private Faktoren müssen dagegen weitgehend ausgeschlossen werden. Die Erkrankung des Tennisarms sei jedoch unabhängig von Beruf und Tätigkeit in der Bevölkerung weit verbreitet. Laut Gericht zähle die Bürotätigkeit des Klägers nicht zu den entsprechend risikobehafteten Arbeiten. Ursächlich für einen Tennisarm seien „schnell aufeinander folgende, feinmotorische Handtätigkeiten mit sehr hoher Bewegungsfrequenz“. Bei der Arbeit mit der Computermaus sei dir Bewegungsfrequenz jedoch viel geringer. Auch der Kraftaufwand fürs sei nur minimal.

 

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