Tierarzt und Dogsitter

Tierarzt und Dogsitter

Das sollten Sie beachten


Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen können die Steuer mindern, und zwar mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Doch gilt die Steuerermäßigung auch für Tierarztkosten und Ausgaben für den Dogsitter?

Betreuung im Haushalt

Kürzlich hat das Finanzgericht Münster entschieden, dass Leistungen zur Betreuung und Versorgung eines Hundes im Haushalt „haushaltsnah“ sind. Die Kosten für den Dogsitter – einschließlich der Anfahrtskosten – sind allerdings nur dann abziehbar, wenn die Betreuung im Haushalt bzw. auf dem Grundstück erfolgt. Die Steuervergünstigung gibt’s hingegen nicht, wenn das Tier an der Wohnung abgeholt und nach der Betreuung wieder zurückgebracht wird. (Urteil des Finanzgerichts Münster, Aktenzeichen 14 K 2289/11)

Behandlung in Praxis

Nun hat das Finanzgericht Nürnberg entschieden, dass Tierarztkosten nicht steuerbegünstigt sind. Denn die Behandlung von Verletzungen und Krankheiten gehöre nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, gleichgültig ob bei Mensch oder Tier. (Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 04.10.2012, Aktenzeichen 4 K 1065/12)

Häusliche Behandlung

In einem anderen Fall begehrte ein Hundebesitzer die Anerkennung der Kosten für eine tierärztliche Behandlung in seiner Wohnung – einschließlich der Anfahrtskosten des Tierarztes. Es kam jedoch nicht zu einem Urteil, denn noch vor einer gerichtlichen Entscheidung lenkte das Finanzamt ein und erkannte die Aufwendungen antragsgemäß an.

Tierarzt als Handwerker?

Sind die Leistungen des Tierarztes vielleicht mit Handwerkerleistungen vergleichbar, für die es eine Steuerermäßigung von 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro gibt? Kommt nämlich ein Mechaniker ins Haus und repariert die Waschmaschine, besteht Anspruch auf den Steuerbonus. Gleiches müsste gelten, wenn der Tierarzt nach Hause kommt und den Dackel behandelt, oder?

Tiere sind zwar keine Sachen, doch „auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist“ (§ 90a Bürgerliches Gesetzbuch). Da der Gesetzgeber Tiere nicht ausgenommen hat, müsste der Hausbesuch des Tierarztes begünstigt sein. Doch nach Auffassung des FG Nürnberg stellen die Leistungen des Tierarztes keine Handwerkerleistungen dar.

 

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