Treppenlift mindert die Steuer

Treppenlift mindert die Steuer

Wann gibts den Steuervorteil?


Der Fiskus unterstützt kranke oder gebrechliche Menschen mit einer Steuervergünstigung. Manchmal stellt sich das Finanzamt quer- und wird doch wieder in die Schranken verwiesen.

Kein Abzug ohne amtsärztliches Attest?

Ein Ehepaar lies 2005 in seiner Wohnung einen Treppenlift einbauen. Kosten: 18.665 €. Wie gut, dass dies steuerlich begünstigt ist, dachte sich der 91-jährige Mann und setzte die Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen in seiner Steuererklärung an. Doch das Finanzamt strich die Kosten. Begründung: Das Ehepaar hätte sich vor Einbau des Liftes ein Gutachten eines Amtsarztes oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) einholen müssen.

„Treppensteigen ist ihm unmöglich“

Der Mann hatte zwar ärztliche Gutachten, in welchen „Treppensteigen ist ihm unmöglich“ bescheinigt wurde. Jedoch wurden diese nur von Hausarzt und Internist ausgestellt. Das erkannte der Fiskus nicht an. Ohne amtsärztliches Gutachten keine Steuervergünstigung. Dagegen klagte der Mann.

Der Bundesfinanzhof gab nun dem Rentner Recht: Zwar sei die Notwendigkeit bei einigen medizinischen Maßnahmen durch einen „vorab qualifizierten Nachweis“ nachzuweisen – der Treppenlift gehöre jedoch nicht dazu.

Wann brauchen Sie ein amtsärztliches Gutachten?

Wichtig:

Planen Sie eine der folgenden Maßnahmen? Dann holen Sie sich unbedingt vorher ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung des MDK. Ansonsten ist ein steuerlicher Abzug der Kosten unwahrscheinlich.

    • Bade– oder Heilkur
    • Psychotherapeutische Behandlung
    • Medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung Ihres Kindes, das an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidet
    • Ihre Betreuung durch eine Begleitpersonen, sofern Sie eine Behinderung von unter 50 Grad nachweisen können
    • Medizinische Hilfsmittel, die Sie bei sich tragen, um sich im Umfeld besser zu bewegen, zurechtzufinden und die elementaren Grundbedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen (z.B. Hörhilfen, Körperersatzstücke oder andere orthopädischen Hilfsmittel)
    • Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden, wie z. B. Frisch- und Trockenzellenbehandlungen, Sauerstoff-, Chelat- und Eigenbluttherapie
Tipp:  Auch die Gebühr für das amtsärztliche Attest können Sie als außergewöhnliche Belastung ansetzen!

Krankheitskosten müssen selbst bezahlt werden

Unter außergewöhnliche Belastungen fallen nur Krankheitskosten, die Sie aus eigener Tasche bezahlt haben. Die Ausgaben dürfen nicht von Krankenkasse, einer privaten Versicherung oder einem anderen Dritten erstattet werden. Zudem müssen die Kosten die so genannte „zumutbare Eigenbelastung“ übersteigen. Dies ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und Zahl Ihrer Kinder. Erst Kosten über dieser Grenze wirken sich steuermindernd aus.

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