Übernachtungskosten

Übernachtungskosten

Bei Lkw-Fahrern


Während Übernachtungskosten im Inland immer nachgewiesen werden müssen, können Arbeitnehmer berufliche Übernachtungskosten im Ausland mit einer Pauschale als Werbungskosten geltend machen. Aber Lkw-Fahrern, die in der Schlafkabine ihres Wagens übernachten, bleibt ein solcher pauschaler Abzug verwehrt.

Ein Lkw-Fahrer hat seinen Schlafplatz immer dabei. Warum sollte er also in einem Hotel oder einer Pension über- nachten, wenn er es sich doch in seiner Schlafkabine gemütlich machen kann? Doch auch dafür fallen Kosten an. Zum Beispiel Gebühren für die Benutzung der sanitären Einrichtungen auf Raststätten, wie Toiletten und Dusch- oder Wachgelegenheiten. Aber auch Aufwendungen für die Reinigung der eigenen Schlafkabine entstehen.

Drei Monate Belege sammeln

Diese Kosten kann ein Lkw-Fahrer nun mittels vereinfachtem Nachweis geltend machen. Dazu muss er die ihm tatsächlich entstandenen Aufwendungen und regelmäßig wiederkehrenden Kosten ermitteln und glaubhaft machen. Hierzu reicht das Belege sammeln über eine Dauer von drei Monaten aus. Der aus diesem Zeitraum ermittelte Durchschnittsbetrag ist für den Ansatz der Werbungskosten zugrunde zu legen.

Das Bundesfinanzministerium hat nun geregelt, dass ein Lkw-Fahrer durch einen vereinfachten Nachweis diese Kosten geltend machen kann. Dazu muss er die ihm tatsächlich entstandenen Aufwendungen und regelmäßig wiederkehrenden Kosten ermitteln und glaubhaft machen. Hierzu reicht das Belege sammeln über eine Dauer von drei Monaten aus. Der aus diesem Zeitraum ermittelte Durchschnittsbetrag ist für den Ansatz der Werbungskosten zugrunde zu legen.

Um eine möglichst hohen Durchschnittsbetrag zu erhalten, sammeln Sie am besten alle Belege, die Ihnen im Zusammenhang mit der Auswärtstätigkeit entstehen, wie zum Beispiel über

  • Standgebühren auf Rast- oder Parkplätzen
  • Duschnutzung
  • Toilettenbenutzung
  • Reinigungskosten der Bettwäsche

Wichtig: Wertgutscheine für die Benutzung von Sanitäranlagen (z.B. „Sanifair“) gehören nicht zu den ansetzbaren Kosten.

Beispiel:

Der Lkw-Fahrer hat für drei Monate folgende Aufwendungen nachgewiesen:

  • 1. Monat:    80 Euro bei 20 Tagen Auswärtstätigkeit
  • 2. Monat:  100 Euro bei 25 Tagen Auswärtstätigkeit
  • 3. Monat:    60 Euro bei 15 Tagen Auswärtstätigkeit

Bei 240 Euro für 60 Übernachtungen ergibt sich ein Durchschnittswert von 4 Euro pro Nacht. Dieser Betrag kann dann pro Übernachtung in der Schlafkabine in der Steuererklärung angesetzt werden. Und zwar so lange, bis sich Höhe oder Art der Kosten bzw. Umfang der Übernachtungen wesentlich ändern.

Tipp:

Da Sie über viele dieser Kosten jedoch normalerweise keine Belege erhalten, notieren Sie diese Ausgaben täglich mit Datum tabellarisch in ihren Unterlagen. So können Sie die Aufwendungen dem Finanzamt glaubhaft machen.

So gehts auch:

 Das oberste deutsche Steuergericht, der Bundesfinanzhof (BFH), hatte im März 2012 entschieden, dass ein Lkw-Fahrer die Übernachtungskosten in der Schlafkabine seines Fahrzeugs ohne Einzelnachweis geschätzt mit 5 EUR je Nacht ansetzen kann (VI R 48/11 vom 28.03.2012).

Setzen Sie in der Steuererklärung wie im Urteil des BFH je Übernachtung den Betrag von 5 Euro an. Vielleicht erkennt Ihr Finanzbeamter die Kosten in dieser Höhe an. Einen rechtlichen Anspruch darauf haben Sie jedoch nicht. Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen IV C 5 S 2353 12 10009 vom 04.12.2012

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