Übungsleiter

Was tun bei hohen Ausgaben?


Übungsleiter erhalten für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung. Jedoch übersteigen die eigenen Ausgaben häufig das kleine Entgelt. Kann der Verlust wenigstens bei der Steuer angesetzt werden?

Verluste aus Tätigkeit absetzbar?

Nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, Pfleger und Künstler sind steuerbegünstigt: Die Vergütungen hierfür bleiben ab 2013 jährlich bis zu 2.400 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Davor betrug der Freibetrag 2.100 Euro. Der steuerfreie Höchstbetrag ist somit nicht allzu üppig. Doch viele Vereine können selbst diesen Betrag nicht einmal zahlen. So wundert es nicht, dass die Tätigkeit als Übungsleiter nicht nur mit großem Idealismus und Engagement ausgeübt wird. Häufig ist sie auch mit eigenen Kosten verbunden, die die Einnahmen übersteigen. Kann der Verlust aus der Nebentätigkeit steuermindernd mit anderen Einkünften verrechnet werden?

Fiskus lehnte Abzug bisher ab

Die Finanzämter lehnen häufig die Anerkennung von Verlusten aus der Nebentätigkeit ab. Ihr Argument: Die Ausgaben stünden in Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen und seien deshalb nicht abziehbar. Ausgaben werden nur dann anerkannt, soweit sie und die Einnahmen höher sind als der Freibetrag.

Verluste mindern nun doch die Steuer

Jetzt ist der Fiskus bereit, Verluste aus einer begünstigten Nebentätigkeit doch als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anzuerkennen. Mit Verlust ist der Betrag gemeint, soweit die Ausgaben die erhaltenen steuerfreien Einnahmen – nicht etwa den steuerfreien Höchstbetrag(!) – übersteigen.

Das gesetzliche Abzugsverbot schließt hier nicht generell Ausgaben zur Erzielung von steuerfreien Einnahmen aus. Sondern nur die Ausgaben, “soweit” sie zur Erzielung steuerfreier Einnahmen dienen. Sind die Ausgaben höher, ist der übersteigende Betrag als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar. Auch ist zu bedenken, dass durch die Steuervergünstigung eine Besserstellung für nebenberufliche Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher o.ä. erreicht werden soll – Keinesfalls aber eine Schlechterstellung durch Verbot des Verlustausgleichs.

Tipp: Entstehen Ihnen im Zusammenhang mit einer begünstigten Nebentätigkeit in einem Jahr Aufwendungen, ohne dass Sie entsprechende Einnahmen erzielen? Dann können Sie diese dennoch gegen Nachweis als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen. Dies hatte der BFH bereits 2005 entschieden. Und diese Entscheidung akzeptiert auch das Finanzamt.

Steuerberatung?

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