Umgekehrte Familienheimfahrten

Umgekehrte Familienheimfahrten

Mindern als Werbungskosten Ihre Steuer


Wohnen Sie am Arbeitsort und werden dort von Ihrer Familie besucht? Dann können Sie diese Fahrtkosten von der Steuer absetzen.

Fahrtkosten mindern die Steuer

Fahrtkosten einer Ehefrau, die Ihren Mann auf wechselnden Baustellen besucht, können Werbungskosten sein. Dies entschied nun das Finanzgericht Münster. Der Fall: Ein Mann war als Monteur auf unterschiedlichsten Baustellen weltweit unterwegs. Als er in den Niederlanden einen Einsatz hatte, besuchte ihn seine Frau an drei Wochenenden. Diese Fahrtkosten setzte der Mann als seine Werbungskosten an – und bekam prompt eine Abfuhr vom Finanzamt. Begründung: Die Fahrten seien privat veranlasst.

Berufliche Veranlassung überwiegt

Der Mann klagte darauf hin – und bekam Recht: Die Fahrtkosten seien sowohl privat als auch beruflich veranlasst. Doch die berufliche Veranlassung überwiege bei den Wochenend-Fahrten deutlich. Wäre der Mann am Wochenende heim zu seiner Frau gefahren, seien dies Werbungskosten. Da ihm dies jedoch wegen dienstlichen Gründen nicht erlaubt war, müssen auch die Besuchsfahrten seiner Frau von der Steuer abzusetzen sein (Aktenzeichen 12 K 339/10 E).

Was das für Sie bedeutet

Bei der doppelten Haushaltsführung können Sie pro Woche je eine Fahrt Ihrer Familie zu Ihnen absetzen. Dabei ist egal, ob Ihre Familienangehörigen per Fahrgemeinschaft unterwegs sind oder gar kostenlos zu Ihnen fahren.

Berechnung

0,30 € x kürzeste Straßenverbindung in km x Anzahl der Fahrten = Fahrtkosten

Bei öffentlichen Verkehrsmitteln können Sie auch die tatsächlichen Kosten absetzen, falls die gezahlten Fahrpreise höher als die pauschalen Fahrtkosten waren.

Tipp: Tragen Sie die Fahrtkosten auf Seite 3 der Anlage N in Zeile 72 ein.

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