Umsatzsteuer-Voranmeldung Januar

Umsatzsteuer-Voranmeldung Januar

Achtung bei der Zehn-Tages-Frist


Selbstständige kennen das Spielchen nur allzu gut: Spätestens am 10. eines Monats wird die Voranmeldung zum Finanzamt geschickt und bezahlt. Doch diesen Januar ist Vorsicht geboten!

Zehn-Tages-Frist

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist jeweils bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraumes selbst zu berechnen, elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln und auch zur Zahlung fällig.

Für den Monat Dezember oder für das vierte Quartal ist die Zahlung also bis zum 10. Januar 2015  zu leisten.

Wiederkehrende Zahlung

Bei der Umsatzsteuer ist die Vorauszahlung im Januar in der Jahres-Umsatzsteuererklärung dem alten Jahr zuzurechnen – hier 2014. Bezüglich der Einkommensteuer wird die Umsatzsteuer-Vorauszahlung ebenfalls dem alten Jahr zugeordnet.

Dies liegt daran, dass diese Zahlung eine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe darstellt. Bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen nach Beendigung des Kalenderjahres wird diese somit dem Jahr zugerechnet , zu dem sie wirtschaftlich gehört.  Also ist bei Einnahmen-Überschussrechnern die Zahlung im Januar noch im alten Jahr als Betriebsausgaben absetzbar.

Umsatzsteuer: Fristende 12. Januar

Nun ist 2015 der 10. Januar ein Samstag. Das bedeutet, dass sich die Fälligkeit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung auf den nächsten Werktag verschiebt – und das ist der 12. Januar 2015.

Bezüglich der Umsatzsteuer ist das kein Problem, denn die Zahlung ist am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig. Diese Fälligkeit verschiebt sich hier auf den nächsten Werktag.

Sonderfall Einkommensteuer

Doch bezüglich der Einkommensteuer wird der Fiskus nun sehr kleinkariert: Wenn die Umsatzsteuer-Vorauszahlung erst nach dem 10. Januar 2015 erfolgt, könne sie bei Einnamen-Überschussrechnern als Betriebsausgabe nicht mehr in der Jahresrechnung 2014 berücksichtigt werdenn. Sondern erst in der Jahresrechnung 2015. Die Zahlung nach dem 10. Januar sei jetzt keine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe mehr.

Keine Ausnahme

Nun hat das Finanzgericht Niedersachsen die kleinliche Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt: Die Umsatzsteuer-Vorauszahlung nach dem 10. Januar könne nicht als Betriebsausgabe des alten Jahres berücksichtigt werden, denn die Zahlung sei nicht innerhalb des Zehntageszeitraums erfolgt. Die Fristverlängerung im Umsatzsteuergesetz habe auf den Zeitraum bei der Einkommensteuer keinen Einfluss (Aktenzeichen 3 K 468/11, Revision).

Wichtig: Gegen diese Entscheidung ist die Revision beim Bundesfinanzhof anhängig (Aktenzeichen: VIII R 34/12). Dass der BFH die Revision zugelassen haben, kann möglicherweise für eine andere Sichtweise der BFH-Richter sprechen.

 

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