Umzugskosten nach Trennung

Umzugskosten nach Trennung

Was Sie hier absetzen können


Nach gescheiterter Ehe muss ein Ehepartner die gemeinsame Wohnung verlassen. Die Kosten eines Umzugs wegen Trennung oder Scheidung gehören zu den normalen Kosten der Lebensführung.

Sie sind damit nicht absetzbar. Und doch kann in zwei Fällen eine steuerliche Berücksichtigung von Umzugskosten in Betracht kommen:

  • Wenn Sie nach Ihrem Auszug aus der ehelichen Wohnung die neue Wohnung näher an Ihrem Arbeitsplatz nehmen und die tägliche Fahrzeit sich erheblich verkürzt, sind die Umzugskosten in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar. Eine erhebliche Verkürzung der Fahrzeit ist anzunehmen, wenn sich die Dauer der täglichen Hin- und Rückfahrt insgesamt um mindestens eine Stunde täglich ermäßigt.
  • Falls in anderen Fällen der Umzug von einer Umzugsspedition durchgeführt wird, können Sie die Speditionskosten immerhin mit 20 % direkt von der Steuerschuld abziehen (§ 35a EStG).

Wichtig

Aktuell hat das Finanzgericht München einen Umzug wegen einer gescheiterten Ehe nicht als beruflich veranlasst anerkannt, obwohl die neue Wohnung näher am Arbeitsort lag und sich dadurch die Entfernung zum Arbeitsplatz deutlich verkürzt hat, im Urteilsfall von 30 auf 3 Kilometer. Die Richter haben die Anerkennung der Umzugskosten verweigert, weil der Wohnungswechsel ursächlich mit der Trennung zusammenhing (FG München vom 24.3.2009, 6 K 683/08).

Denn: Für die Richter war klar, dass der Beamte sich von seiner Ehefrau getrennt hatte und er aus der gemeinsamen Ehewohnung nicht ausgezogen war, um den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu verkürzen, sondern weil seine Ehe gescheitert war. Für den Umzug waren also private Gründe ausschlaggebend. Dass sich durch den Umzug die tägliche Fahrzeit zur Arbeit verkürzt habe, sei ohne Bedeutung.

Achtung: Ganz offenbar scheinen die Münchener Finanzrichter hier die BFH-Rechtsprechung nicht zu kennen oder aber nicht hinreichend zu würdigen. Denn der Bundesfinanzhof hat vor 9 Jahren zwei grundlegende Urteile gefällt, die an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lassen:

Steht die Fahrzeitersparnis von einer Stunde täglich zweifelsfrei fest, kommt es für den Werbungskostenabzug nicht auf irgendwelche privaten Gründe für den Umzug an. Das Finanzamt darf die privaten Motive für den Umzug nicht mehr prüfen, sondern muss die Kosten anerkennen. Damit soll auch ein nicht gebotenes Eindringen in die Privatsphäre vermieden werden (BFH-Urteile vom 23.3.2001, BStBl. 2001 II S. 585 und BStBl. 2002 II S. 56).

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