Unfall bei Schnee und Glatteis

Unfall bei Schnee und Glatteis

Fiskus trägt die Kosten mit


Schnee, Straßenglätte und vor allem das tückische Blitzeis erhöhen das Unfallrisiko. Doch einige durch den Unfall entstandenen Kosten müssen Sie nicht allein tragen. Diese können Sie dem Finanzamt in Rechnung stellen.

Unfallkosten in der Steuer

Die Unfallkosten können Sie als Werbungskosten steuerlich absetzen. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein: Der Unfall ist auf einer beruflich veranlassten Fahrt passiert, und Sie haben die Kosten tatsächlich selbst gezahlt. Als berufliche Fahrt gilt:

  • der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
  • eine Familienheimfahrt im Rahmen der doppelten Haushaltsführung oder
  • eine Auswärtstätigkeit (z.B. Dienstreise).

Wichtig

Leistet die eigene Kaskoversicherung oder die gegnerische Haftpflichtversicherung bereits Schadensersatz, ist die Zahlung von den ermittelten Unfallkosten abzuziehen.

Die Unfallkosten sind zusätzlich zu der Entfernungspauschale oder Dienstreisepauschale steuerlich abziehbar.

Welche Kosten sind absetzbar?

Abzugsfähig sind alle Aufwendungen, die infolge eines Unfalls auf dem Arbeitsweg entstehen und nicht erstattet werden. Insbesondere sind dies:

  • Reparaturkosten des eigenen Fahrzeugs
  • Reparaturkosten des Unfallgegners
  • Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung
  • Schadensersatzleistungen
  • Aufwendungen für Gutachter
  • Aufwendungen für Anwalt und Gericht

soweit nicht von dritter Seite Ersatz geleistet wird (z.B. durch die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung oder den Schädiger).

Wertminderung des Fahrzeugs durch einen Unfall

Bei Totalschaden oder Bagatellschaden, die nicht repariert werden, kann anstelle der Kosten eine Wertminderung als „Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung“ (AfaA) geltend gemacht werden. Dies setzt voraus, dass die gewöhnliche Nutzungsdauer des Fahrzeugs noch nicht abgelaufen ist. Die AfaA ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem steuerlichen Buchwert vor dem Schaden und dem Verkehrswert danach.

Eventuelle Einbußen aufgrund schlechter Verkäuflichkeit des Unfallfahrzeugs können allerdings nicht berücksichtigt werden. Auch die in den Folgejahren erhöhten Beiträge zur Haftpflichtversicherung zählen nicht zu den Werbungskosten. Diese können Sie allenfalls als beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben ansetzen.

Berufliche Fahrt

Für die steuerliche Geltendmachung von Unfallkosten müssen Sie zum einen Ihre Schadenskosten nachweisen und zum anderen glaubhaft machen, dass der Schaden auf einer beruflichen Fahrt eingetreten ist.

Hat sich der Unfall während einer Auswärtstätigkeit bzw. einer dienstlichen Reise ereignet, kann der Arbeitgeber die Schadenskosten dem Arbeitnehmer in voller Höhe als Reisenebenkosten steuerfrei ersetzen. Die steuerfreie Erstattung vermindert allerdings den Werbungskostenabzug.

Erleiden behinderte Menschen auf einer Privatfahrt einen Autounfall, können sie die Schadenskosten zusätzlich zu den Privatfahrten als außergewöhnliche Belastung allgemeiner Art – unter Anrechnung einer zumutbaren Belastung – absetzen. Denn die Schadenskosten teilen das rechtliche Schicksal der Fahrt, auf der sich der Schaden ereignet (Urteil des BFH, Aktenzeichen III R 30/88).

Einfach die Kosten absetzen: mit unserem Fragebogen

Sie wollen Ihre Unfallkosten steuerlich geltend machen? Unser Fragebogen hilft Ihnen dabei: Einfach ausfüllen, Belege hinzufügen und mit der Steuererklärung an das Finanzamt schicken.

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