Unterhalt an bedürftige Personen

Zahlungen für das Folgejahr nicht absetzbar


Geleisteten Unterhalt können Sie von der Steuer absetzen- als außergewöhnliche Belastung. Der absetzbare Betrag ist begrenzt auf einen bestimmten Höchstbetrag, der sich am steuerlichen Grundfreibetrag orientiert (2018: 9.000 Euro). Eine zumutbare Belastung rechnet das Finanzamt dabei nicht an.

Frühestens mit der ersten Zahlung des Unterhalts beginnt der Unterstützungszeitraum. Für jeden vollen Monat vor der ersten Zahlung werden der Unterhaltshöchstbetrag und der Anrechnungsfreibetrag um ein Zwölftel gekürzt. Unterhaltsleistungen können nicht auf Monate vor ihrer Zahlung zurückbezogen werden.

Leistungen nur im Jahr der Zahlung absetzbar

Haben Sie Zahlungen geleistet, die nicht ausschließlich dazu bestimmt sind, den Unterhaltsbedarf des laufenden Jahres, sondern auch des folgenden Jahres abzudecken? Dann können Sie den gesamten Unterhalt nur im Jahr der Zahlung, jedoch nicht im Folgejahr von der Steuer absetzen.

Dabei wird zu Ihren Gunsten unterstellt, dass die Zahlung der Bedarfsdeckung bis zum Ende des Kalenderjahres der Zahlung dient (BMF-Schreiben vom 07.06.2010, Tz. 8.2).

Positives Urteil

Das Finanzgericht Nürnberg hatte im Jahre 2016 gegen den Fiskus und gegen die geltende BFH-Rechtsprechung entschieden. Das Ende des Kalenderjahres sei keine starre Grenze für die berücksichtigungsfähigen Unterhaltszeiträume.

So sollten auch Unterhaltszahlungen, die teilweise für das nächste Jahr bestimmt sind, bereits im Jahr der Zahlung steuerlich absetzbar sein. Daher sei bei einer Zahlung im Dezember der Unterhaltshöchstbetrag nicht auf 1/12 zu kürzen (Aktenzeichen 5 K 19/16).

Bundesfinanzhof bestätigt strenge Rechtsprechung

Doch nun hat der Bundesfinanzhof das steuerzahlerfreundliche Urteil des Finanzgericht Nürnberg verworfen und seine bisherige strenge Rechtsprechung bestätigt: Es bleibt dabei, dass Unterhaltsleistungen immer nur bis zum Jahresende steuerlich berücksichtigt werden und bei unterjähriger Zahlung zu zwölfteln sind (Aktenzeichen VI R 35/16).

Der entschiedene Fall

Der Schwiegersohn leistet im Dezember 2010 eine Unterhaltszahlung in Höhe von 3.000 Euro an seinen in Brasilien lebenden Schwiegervater, die für ein ganzes Jahr bestimmt ist. Denn eine monatliche Zahlung sei wegen der hohen Gebühren für Auslandsüberweisungen nicht sinnvoll.

Das Finanzamt erkennt diese Zahlung jedoch nur mit einem Zwölftel für Dezember – also 250 Euro – an. Denn die Unterhaltsleistungen seien nur absetzbar, soweit sie dem laufenden Lebensbedarf der unterhaltenen Person im Kalenderjahr der Leistung dienten. Das Finanzgericht Nürnberg hat die gesamte Zahlung im Jahre 2010 anerkannt. Dem hat der BFH jetzt widersprochen und von den 3.000 Euro nur 250 Euro für den Monat Dezember anerkannt.

Eine einmalige Unterhaltsleistung soll stets dem Unterhaltsbedarf bis zum Jahresende dienen, sodass der Unterhaltshöchstbetrag für die vorangegangenen Monate um jeweils ein Zwölftel gekürzt wird. Bedenken Sie daher Folgendes: Sie können eine Unterhaltszahlung im Januar in vollem Umfang absetzen- begrenzt auf den Unterhaltshöchstbetrag. Ein Zahlung im Dezember berücksichtigt das Finanzamt jedoch nur zu 1/12.

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