Unterhalt an Angehörige im Ausland

Unterhalt an Angehörige im Ausland

Verschärfter Nachweis bei Bargeldübergabe


Viele ausländische Bürger, die in Deutschland leben und arbeiten, unterstützen ihre Angehörigen im Ausland. Aber auch Personen, die einen ausländischen Ehepartner haben, leisten Unterhalt an dessen Angehörige.

Seit 2007 strenge Anforderungen

Bei Unterhaltsleistungen an Angehörige im Ausland stellt das Finanzamt seit 2007 strengere Anforderungen an die Bedürftigkeit des Empfängers und an den Nachweis der Unterhaltszahlungen. Dabei gelten für Bargeldübergaben besonders strenge Nachweisanforderungen.

Steuervorteil mangels Nachweis abgelehnt

Nun hat der Bundesfinanzhof Unterhaltsleistungen an die in Ungarn lebende Mutter abgelehnt. Begründung: die Bargeldübergaben wurden nicht hinreichend nachgewiesen. Bei Unterhaltszahlungen an im Ausland lebende Unterstützungsempfänger seien die Beteiligten in besonderem Maße verpflichtet, bei der Aufklärung mitzuwirken und die Beweismittel zu beschaffen. Welche Beweismittel zum Nachweis eines Sachverhalts erforderlich sind, richte sich nach den Umständen des Einzelfalles (Aktenzeichen VI R 33/16).

Was wird als Nachweis für die Übergabe anerkannt?

Der Nachweis einer Bargeldübergabe erfordert – so der Bundesfinanzhof – neben einer belastbaren Empfängerbestätigung einen zeitnahen, lückenlosen Nachweis der „Zahlungskette“, also Nachweise über die Abhebungen oder konkrete Verfügbarkeit dieser Beträge zum Zeitpunkt der Übergabe durch den Unterhaltszahler. Allein das Vorliegen entsprechender Einkommens- und Vermögensverhältnisse genügt hierfür nicht.

Darüber hinaus muss der Unterhaltszahler das „Wie und Wann“ der Bargeldübergabe im Einzelnen darlegen und belastbar nachweisen. Deshalb steht einer überzeugenden Nachweisführung der Umstand entgegen, dass der Zahler nicht nachweisen kann, dass er zur behaupteten Bargeldübergabe am Übergabeort gewesen ist. Zwar muss er die Barzuwendung nicht persönlich übergeben, dann hat er jedoch „Roß und Reiter“, d.h. den Überbringer des Geldes, zu benennen.

Nur Empfangsbestätigungen reichen nicht aus

Im Urteilsfall fehlt es am Nachweis, dass die angegebenen Zahlungen tatsächlich geleistet worden sind. Die vorgelegten Empfangsbestätigungen genügen hierfür nicht. Aus ihnen ist nicht ersichtlich, ob dem Unterhaltsempfänger die Zuwendungen als Einmalbetrag oder in Teilbeträgen übergeben worden sind. Denn die Bestätigungen lauteten auf die Zahlung von insgesamt 1.800 Euro.

Auch ist aus den Bestätigungen nicht ersichtlich, zu welchem Zeitpunkt die Zahlungen geleistet wurden. Die Schriftstücke sind zwar datiert. Das Datum lässt jedoch nur auf den Tag ihrer Ausstellung, nicht aber auf den Zeitpunkt der Bargeldübergabe schließen.

So weisen Sie die Übergabe des Geldes am besten nach

Bei Barzahlungen stellt das Finanzamt an den Nachweis erhöhte Anforderungen:

  • Das Finanzamt verlangt, dass Sie inländische Belege über das Vorhandensein entsprechender Mittel, z.B. Abhebungsnachweise, vorlegen.
  • Zwischen der Abhebung und der jeweiligen Geldübergabe muss ein Zusammenhang erkennbar sein und darf deshalb höchstens zwei Wochen betragen.
  • Falls Sie Barzahlungen anlässlich von Besuchsreisen geltend machen, müssen Sie auch die Reise nachweisen, etwa durch Fahrkarten, Tankquittungen, Grenzübertrittsvermerke, Flugscheine, Visa usw.
  • Barzahlungen müssen Sie durch eine Empfängerbestätigung nachweisen. Darin müssen enhalten sein: Name und Anschrift des Unterhaltszahlers sowie des Unterhaltsempfängers, Zeitpunkt der Geldübergabe, Ort und Datum der Ausstellung der Bestätigung, Unterschrift des Empfängers.

Hinweis

  Eine Erleichterung aber räumt der Bundesfinanzhof ein: „Die Erfüllung der Pflichten zur Aufklärung des Sachverhalts sowie zur Vorsorge und Beschaffung von Beweismitteln muss erforderlich, möglich, zumutbar und verhältnismäßig sein.“ So können etwa im Fall eines Bürgerkrieges Beweiserleichterungen hinsichtlich der Beschaffung amtlicher Bescheinigungen in Betracht kommen.

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