Verbesserung beim Aushilfsjob

Verbesserung beim Aushilfsjob

450-Euro-Grenze unabhängig von Dauer


Aushilfstätigkeiten gibt es zuhauf. Mit einem Ferienjob, Saisonarbeit, Erntehilfe, Urlaubs- oder Krankheitsvertretung können Sie binnen kurzer Zeit beliebig viel Geld verdienen. Sozialabgaben müssen Sie darauf keine bezahlen.

Zudem kann der Verdienst pauschal versteuert werden. Ihr Arbeitgeber muss hier – anders als bei einem Minijob – keine Pauschalbeiträge an die Minijobzentrale entrichten.

Voraussetzungen für die kurzfristige Beschäftigung

Eine solche kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit

  • von vornherein begrenzt ist, und zwar auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres (dies gilt noch bis 31.12.2018) und
  • nicht berufsmäßig ausgeübt wird, falls das Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.

Hierbei spielt die Frage der Berufsmäßigkeit keine Rolle, wenn der Monatsverdienst weniger als 450 Euro beträgt. Eine kurzfristige Beschäftigung von mehr als 450 Euro wird berufsmäßig ausgeübt, wenn die Beschäftigung für die Aushilfskraft nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. In diesem Fall besteht Versicherungspflicht in der Sozialversicherung und die Beiträge sind vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte zu tragen.

Anteilige Grenze bei kürzerem Zeitraum?

Doch: Gilt die Grenze von 450 Euro auch dann, wenn der Aushilfsjob auf einen kürzeren Zeitraum als einen Monat befristet ist? Nach Auffassung der Sozialversicherungsträger ist bei Befristung der Beschäftigung auf weniger als einen Zeitmonat die Verdienstgrenze von 450 Euro anteilig anzusetzen.

Diese anteilige Grenze würde wie folgt ermittelt: 450 Euro : 30 x Beschäftigungstage = anteiliger Monatswert (Berechnung laut Geringfügigkeits-Richtlinien, Teilziffer 2.3.3.).

450-Euro-Grenze unabhängig von der Dauer

Nun hat das Bundessozialgericht diese Auffassung verworfen. Es entschied, dass bei befristeten Beschäftigungen von weniger als einem Monat trotzdem die Monats-Verdienstgrenze von 450 Euro gilt. Diese ist somit nicht bloß anteilig anzusetzen. Sie gilt unabhängig von der Dauer des Arbeitseinsatzes, sodass eine Umrechnung auf Tage nicht vorzunehmen ist (Aktenzeichen B 12 R 10/15 R).

Falls der Arbeitslohn für die Beschäftigung von wenigen Tagen in einem Monat unter 450 Euro bleibt, ist stets eine Berufsmäßigkeit zu verneinen. Das bedeutet, dass der Verdienst immer sozialversicherungsfrei bleibt.

Bei Prüfung der Verdienstgrenze ist das im jeweiligen Monat insgesamt erzielte Entgelt dem jeweiligen monatlichen Grenzbetrag von 450 Euro gegenüberzustellen, ohne dass eine Umrechnung auf die einzelnen Tage der Arbeitsleistung vorzunehmen ist. Dies ergibt sich – so das Bundessozialgericht – aus Sinn und Zweck der Regelung zur Versicherungsfreiheit, dem Wortlaut des Gesetzes sowie der Systematik der Verteilung der Beitragslast.

Beispiel

Patrick will die Zeit zwischen Abi und dualem Studium überbrücken. Er nimmt für 10 Tage einen Aushilfsjob an. Dabei verdient er 300 Euro.

Nach alter Regelung bis 2017 war damit die anteilige Verdienstgrenze von 150 Euro (450 Euro : 30 x 10 Tage) überschritten. Folge: Es lag eine Berufsmäßigkeit vor und Sozialabgaben waren zu zahlen. Anders nach der neuen Regelung ab 2018: Der Arbeitslohn bleibt unter der Monats-Verdienstgrenze von 450 Euro. Sozialabgaben sind somit nicht zu zahlen.

Der große Vorteil des neuen Urteils ist, dass der Arbeitgeber eine Aushilfe auch für wenige Tage bis zu 450 Euro sozialversicherungsfrei zahlen und einen Kurzfrist-Job an die Minijobzentrale melden kann. Er muss also deswegen nicht einen Minijob melden und dafür Pauschalabgaben von 30 Prozent an die Minjobzentrale abführen.

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