Verkauf von WM-Tickets

Verkauf von WM-Tickets

Gewinne sind steuerfrei


Schluss. Aus. Vorbei. Fußball-Deutschland trauert. Da nützen nun auch Tickets fürs Finalspiel nicht mehr. Doch was, wenn diese mit Gewinn weiterverkauft werden?

Titelverteidigung ausgeschlossen

Deutschland ist raus. Die WM läuft weiter. Manch einer konnte sich bereits vor langer Zeit Tickets fürs Halbfinale oder gar Finale sichern. Und nun? Ein Finale ohne Jogis Jungs anschauen? Undenkbar! So hat manch enttäuschter Fußballfreund sicher schon mit dem Gedanken gespielt, die Tickets – legal oder gegen die FIFA-Statuten – weiterzuverkaufen.

Doch: Wie sieht es hier mit der Steuer aus? Muss der Gewinn versteuert werden? Gleiches Problem besteht natürlich beim Verkauf von Karten anderer Sportveranstaltungen oder von Konzertkarten.

Verkauf der Tickets steuerfrei

Nun hat aktuell das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden, dass ein Gewinn aus dem Verkauf von Champions-League-Finalkarten steuerfrei ist (Aktenzeichen 5 K 2508/17). In ihrer Steuererklärung für das Jahr 2015 haben die Kläger die Anschaffung und Veräußerung von zwei Eintrittskarten für das Champions-League-Finale 2015 in Berlin angegeben. Diese hatten sie über die offizielle UEFA-Webseite zugelost bekommen. Die Anschaffungskosten betrugen 330 Euro.

Ursprünglich hatte der Kläger geplant, das Finale zusammen mit seinem Sohn zu besuchen. Doch dann stand fest, dass das Finale ohne deutsche Beteiligung stattfinden würde. Der Mann entschloss sich, die Tickets über eine Ticketplattform zu verkaufen. Eine lukrative Idee! Denn der ausbezahlte Veräußerungserlös abzüglich Gebühren betrug sage und schreibe 2.907 Euro. Das Finanzamt sah hierin sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften („Spekulationsgewinn“) und versteuerte 2.577 Euro.

Doch hier war das letzte Wort nicht gesprochen. Der Mann zog vor Gericht – und bekam recht. Denn das Finanzgericht beurteilt die Sache anders. Zwar haben die Kläger mit dem Verkauf der Finalkarten innerhalb eines Jahres ein Wirtschaftsgut veräußert. Bei verfassungskonformer Auslegung handele es sich jedoch um Wertpapiere, die nicht in den Anwendungsbereich des Einkommensteuergesetzes fallen. Somit stelle der Verkauf keinen steuerbaren Vorgang dar.

Auch könne der Gewinn nicht bei den Kapitaleinkünften erfasst werden, da es keinen entsprechenden gesetzlichen Tatbestand gäbe. Auch zur Umsatzsteuer hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es sich bei Eintrittskarten um Wertpapiere handelt (Aktenzeichen XI R 34/08).

Was Sie jetzt tun sollten

Das Finanzgericht hat die Revision wegen der „grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache“ zugelassen (Aktenzeichen IX R 10/18). Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen. Wer Gewinne aus dem Verkauf von Veranstaltungstickets erzielt hat, sollte sie daher zunächst in seiner Steuererklärung angeben und gegen die Besteuerung Einspruch einlegen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Selbstverständlich sieht die steuerliche Behandlung anders aus, wenn jemand durch häufigen An- und Verkauf von Tickets quasi wie ein Händler auftritt.

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