Verlust aus fehlgeschlagener Beteiligung Als vergebliche Werbungskosten absetzbar
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Verlust aus fehlgeschlagener Beteiligung

Als Werbungskosten absetzbar


Beteiligt sich ein Arbeitnehmer mit einer Kapitaleinlage an einer Firma (AG oder GmbH),  ist oftmals der Grund, dass ihm dort eine hochdotierte Anstellung (Vorstandsposten) versprochen wird. Doch was, wenn dies schief geht?

Keine Beteiligung, keine Verlust?

Nach Unterschrift folgt leider manchmal die böse Überraschung: Das Geld wird abredewidrig verwendet. Und noch schlimmer. Es kommt weder zu einer Beteiligung noch zu einer Anstellung. Wenn dann die Firma pleite geht kann sie das Geld nicht mehr zurückzahlen – und der Arbeitnehmer bleibt auf dem Verlust sitzen.

Dann muss er doch wenigstens den Verlust als (vergebliche) Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen können, oder? Doch genau diese Kosten werden von vielen Finanzämtern gnadenlos aus der Erklärung gestrichen. Grund: Sie ordnen den Verlust der privaten Vermögensebene zu.

Abzug nun doch möglich

Doch nun hat das Finanzgericht Köln ein Herz für den gebeutelten Arbeitnehmer: Wer vergeblich versucht, sich durch die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft einen Vorstandsposten zu sichern, kann die entstandenen Kosten als vergebliche Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abziehen (Aktenzeichen 14 K 2767/12).

Enger Bezug zu Einkünften

Nach Auffassung der Richter handelt es sich bei den vergeblichen Aufwendungen um vergebliche Werbungskosten. Es bestehe ein enger Veranlassungszusammenhang zwischen den Aufwendungen für den fehlgeschlagenen Beteiligungserwerb und den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit.

Dem Arbeitnehmer sei es im Wesentlichen darum gegangen, eine adäquate nichtselbstständige Arbeit zu finden und ein regelmäßiges Gehalt zu generieren. Die geplante Kapitalbeteiligung an der AG trete dahinter zurück.

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