Verluste aus Kapitalvermögen?

Verluste aus Kapitalvermögen?

Bis zum 15.12. Verlustantrag stellen


Noch ein paar Wochen in diesem Jahr haben Sie die Chance: Lassen Sie sich von Ihrer Bank eine Verlustbescheinigung ausstellen. Denn nach dem Stichtag Mitte Dezember ist eine Verrechnung von Gewinnen und Verlusten aus Kapitalanlagen bei unterschiedlichen Geldinstituten nicht mehr möglich.

Verluste bei der Bank verrechnen lassen

Die Verlustbescheinigung ist bei Kapitalanlegern mit mehreren Konten zwingend notwendig. Die Verrechnung von Verlusten funktioniert nämlich nicht Banken übergreifend, sondern nur innerhalb einer Bank. Über die Abgeltungsteuer sollen alle Kapitaleinkünfte mit einem einheitlichen Steuersatz besteuert werden. Der persönliche Steuersatz oder gar die Angabe der Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung soll der Vergangenheit angehören.

Die komplette Steuerabwicklung übernimmt die Bank. Die Kreditinstitute behalten die Abgeltungsteuer auf Zinseinnahmen automatisch. Auch bei Gewinnen der Veräußerung von Wertpapieren und anderen Einkünften aus Kapitalvermögen geschieht dies. Im Gegenzug werden erlittene Verluste, beispielsweise aus Wertpapieren, automatisch durch die Bank steuermindernd verrechnet.

Jetzt Verlustbescheinigung beantragen!

Beantragen Sie keine Bescheinigung, werden die Verluste bei der Bank automatisch ins Folgejahr. Zur Steuerminderung existieren dann zwei Möglichkeiten: Entweder die Verlust-Bank wandelt sich zur Gewinn-Bank und es kommt auf diese Weise zu einer steuermindernden (bankinternen) Verrechnung. Oder aber: Im nächsten Jahr wird bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragt und der Verlust in die Steuererklärung übernommen.

Auch wenn der Verlust aus steuerlicher Sicht nicht verloren geht, führt sein Vortrag immer zu einem Zinsverlust. Immerhin hat man mehr Abgeltungsteuer gezahlt, als eigentlich Banken übergreifend hätten abgezogen werden dürfen. Daher sollten Sie die Frist nicht versäumen.

Wichtig

Mit der Verlustbescheinigung können Sie Wertpapier-Verluste auf ihrem Depot bei Bank A mit Kursgewinnen auf einem anderen Depot bei Bank B vornehmen. Hierbei wird unterschieden zwischen dem Verlust-Verrechnungstopf für Aktien und für sonstige Kapitalerträge. Dies können Sie auch jeweils separat beantragen.

Das sollten Sie jetzt tun

Fragen Sie rasch bei Banken nach, bei denen Sie Kapitalanlagen haben, ob Sie im Jahr 2017 insgesamt einen Verlust erzielt haben. Ist das der Fall und für Gewinne wurde Ihnen bei einer anderen Bank Abgeltungsteuer einbehalten, sollten Sie handeln. Heißt: Beantragen Sie unbedingt bis Freitag, den 15.12.2017 eine Verlustbescheinigung.

Mit dieser Bescheinigung kann eine Verrechnung mit Gewinnen und Verlusten in Ihrer Steuererklärung stattfinden. Die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer wird Ihnen wieder erstattet. Wer jedoch die Frist versäumt, muss im laufenden Jahr auf eine steuermindernde Verrechnung verzichten.

Musterschreiben zum Download

Wir haben für Sie einen Antrag auf die Ausstellung einer Verlustbescheinigung vorbereitet.

Den Antrag können Sie sich hier herunterladen.

Wichtig: Die in der Verlustbescheinigung bescheinigten Verluste übernehmen Sie in der Steuererklärung 2017 in die Anlage KAP in Zeile 10-11 – getrennt nach Verlusten aus Aktiengeschäften und Verlusten aus anderen Anlagen. Geben Sie auch die bescheinigten Gewinne in Zeile 7-9 an.

Wichtig

Der bescheinigte Verlust aus Kapitalanlagen kann nur mit positiven Kapitalerträgen verrechnet werden. Ist dieser Verlustausgleich nicht vollständig möglich, darf ein verbleibender Verlust leider nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden. Der verbleibende Verlust darf auch nicht in das Vorjahr zurückgetragen werden, sondern nur in den künftigen Jahren mit positiven Kapitaleinkünften verrechnet werden. Zugelassen ist also ein Verlustvortrag innerhalb der Einkünfte aus Kapitalvermögen, und zwar zeitlich unbegrenzt und in unbeschränkter Höhe. Hierzu erhalten Sie vom Finanzamt einen „Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages“.

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