Verpflegung bei Leiharbeit

Verpflegung bei Leiharbeit

Was gilt bei Auswärtstätigkeit?


Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen können bei einer Auswärtstätigkeit nur drei Monate am Stück in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für Leiharbeitnehmer.

Auswärtstätigkeit

Leih- oder Zeitarbeitnehmer stehen nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Entleiher, sondern zum Verleiher. Sie sind typischerweise stets bei Kunden ihres Arbeitgebers tätig und haben deshalb keine regelmäßige Arbeitsstätte. Sie üben also eine Auswärtstätigkeit aus. Jede neue Einsatzstelle gilt als neue Auswärtstätigkeit. Leiharbeitnehmer können mangels einer regelmäßigen Arbeitsstätte ihre Fahrten zu den Einsatzstellen zeitlich unbegrenzt mit der Dienstreisepauschale (30 Cent je km) oder mit dem tatsächlichen Km-Kostensatz absetzen. Außerdem können sie an jeder neuen Einsatzstelle Verpflegungspauschbeträge geltend machen.

Die Frage ist, ob die Verpflegungspauschbeträge ebenfalls für die gesamte Dauer an der Einsatzstelle absetzbar sind oder nur begrenzt für die ersten drei Monate. Jedenfalls wurden diese bis 2005 zeitlich unbegrenzt anerkannt.

Pauschbeträge nur für die ersten drei Monate

Jetzt hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass auch Leih- oder Zeitarbeitnehmer seit 2006 Verpflegungspauschbeträge stets nur für die ersten drei Monate an einer Einsatzstelle als Werbungskosten absetzen können oder vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet bekommen. Die Dreimonatsfrist gilt für alle Formen der Auswärtstätigkeit und somit auch für die Tätigkeit an wechselnden Einsatzstellen. Im Gegensatz dazu sind Fahrt-, Übernachtungs- und Reisenebenkosten für die gesamte Dauer der Auswärtstätigkeit absetzbar (BFH-Urteil, Aktenzeichen VI R 41/12).

Hinweis

Eine Ausnahme von der Dreimonatsfrist gilt jedoch bei Fahrtätigkeiten: Bei einer längerfristigen Tätigkeit auf einem Fahrzeug können Verpflegungspauschbeträge auch für die Dauer über drei Monate hinaus abgesetzt werden. Dies kommt in der Praxis weniger bei Bus- und Lkw-Fahrern in Betracht, kann aber doch bei Schiffsbediensteten und Marinesoldaten vorkommen

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