Vom Altersentlastungsbetrag profitieren

Vom Altersentlastungsbetrag profitieren

Abgeltungsteuer


Wenn Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben, haben Sie Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag. Damit begünstigt sind „Arbeitslohn und die positive Summe der Einkünfte – außer Versorgungsbezüge und Leibrenten. Also auch Kapitaleinkünfte!

Da aber Kapitalerträge mit Abgeltungsteuer nicht mehr in die Steuerveranlagung einbezogen werden, können diese auch nicht in der „Summe der Einkünfte“ auftauchen. Hierzu ist im Gesetz ausdrücklich geregelt: „Soweit Vorschriften des EStG an den Begriff ‚Einkünfte‘ anknüpfen, sind Kapitalerträge nicht einzubeziehen“ (§ 2 Abs. 5b EStG).

Alles in der Anlage KAP angeben

Aber es gibt doch einen Weg, wie Sie in den Genuss des Altersentlastungsbetrages kommen können: Sie geben sämtliche Kapitalerträge in der Steuererklärung – Anlage KAP – an, wo sie dann mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Und dann berücksichtigt das Finanzamt automatisch auch den Altersentlastungsbetrag zu Ihren Gunsten. Das ist die Wahlveranlagung zum individuellen Steuersatz.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat jetzt dieses Verfahren bestätigt. Für die Gewährung des Altersentlastungsbetrages auf Kapitalerträge ist es notwendig, die Kapitalerträge in die Steuerveranlagung einzubeziehen und mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern (FG Düsseldorf vom 13.10.2010, 15 K 2712/10 E).

Mit 64 Jahren

Im Jahr nach der Vollendung des 64. Lebensjahres wird der maßgebende Prozentsatz und Höchstbetrag für den Altersentlastungsbetrag einmal festgestellt und dann zeitlebens festgeschrieben: Wurden Sie im Jahre 2010 64 Jahre alt (geboren von 2.1.1946 bis 1.1.1947), haben Sie ab 2011 zeitlebens einen Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag von 30,4 höchstens 1.444 EUR.

Wichtig

Bei der Wahlveranlagung zum individuellen Steuersatz gehen Sie keinerlei Risiko ein, denn das Finanzamt prüft von Amts wegen, ob die Veranlagung zum individuellen Steuersatz mit Altersentlastungsbetrag oder die Abgeltungsteuer von 25·Prozent für Sie günstiger ist (Günstigerprüfung gemäß §·32d Abs.·6 EStG). Sollte die Veranlagung zum individuellen Steuersatz nicht günstiger sein, gilt der Antrag als nicht gestellt. Auf die Steuerschuld angerechnet wird die bereits einbehaltene Kapitalertragssteuer. Kreuzen Sie in der Anlage KAP in Zeile 4 die „Günstigerprüfung“ an.

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