Vom Chef bezahlte Knöllchen

Vom Chef bezahlte Knöllchen

Als Arbeitslohn zu versteuern


Schluss mit lohnsteuerfreien Strafzetteln. Übernimmt der Arbeitgeber Bußgelder seiner Angestellten, sind dies keine steuerfreien Extras: Die bezahlten Knöllchen sind steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn.

Steuern auf Bußgelder

Für Lkw- und Fernfahrer ist das gefühlsduselige Trucker-Leben und die Freiheit der Straße reine Illusion, denn sie stehen heutzutage unter ständigem Termindruck. Die Folge ist, dass sie Lenkzeiten überschreiten und Ruhezeiten nicht einhalten. Manche Speditionen sind großzügig und übernehmen die Buß- und Verwarnungsgelder, die Mitarbeiter auf ihren dienstlichen Fahrten „eingefahren“ haben. Die Punkte in Flensburg aber bleiben stets beim Arbeitnehmer hängen.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass die Übernahme von Bußgeldzahlungen durch den Arbeitgeber nicht steuerfrei ist – da sie nicht im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse erfolgt. Die Vorteile sind als Arbeitslohn zu versteuern ( Aktenzeichen VI R 36/12).

Auch sozialversicherungspflichtig

Bezüglich der Sozialversicherung hatte das Bundessozialgericht im Jahre 2009 entschieden, dass Bußgelder, die ein Spediteur wegen Überschreiten der erlaubten Lenkzeiten seiner Fahrer zahlt, im betrieblichen Interesse des Spediteurs liegen und daher sozialversicherungsfrei sind (Aktenzeichen B 12 R 8/08 R).

Nun haben die Sozialversicherungsträger beschlossen, dass die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung ab dem 1. Juni 2014 nicht mehr in Betracht kommt. Weil der Bundesfinanzhof und die Finanzverwaltung die vom Arbeitgeber übernommenen Verwarnungs- und Bußgelder jetzt generell als steuerpflichtigen Arbeitslohn beurteilen, führt dies auch in der Sozialversicherung stets zur Beitragspflicht.

Das bedeutet: Für Knöllchen, die der Arbeitgeber übernimmt, muss der Arbeitnehmer nun immer Steuern und Sozialabgaben zahlen.

 

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar