Vom Midijob zum Minijob

Vom Midijob zum Minijob

Steuerfrei mehr Geld? So gehts


Auch für Minijobs gilt seit Beginn des Jahres der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde. Damit wird indirekt eine Höchstarbeitszeit von 52 Stunden im Monat eingeführt.

Eine ständige wöchentliche Arbeitszeit von 15 Stunden ist nicht mehr möglich, wenn der Minijob erhalten bleiben soll. Wer bisher weniger als 8,50 Euro verdient hat, muss jetzt entweder die Arbeitszeit reduzieren oder aus dem Minijob wird ein sozialversicherungspflichtiger Midijob mit Gleitzone mit einem Verdienst zwischen 450 Euro und 850 Euro.

Durch Entgeltumwandlung unter die Minijob-Grenze

Doch es gibt eine interessante Möglichkeit, beides zu vereinbaren- mehr zu verdienen und trotzdem die Vorteile des Minijobs bewahren. Die Lösung: Entgeltumwandlung zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung.

Die Entgeltumwandlung ist nämlich auch dann zulässig, wenn der Monatslohn danach unter die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro sinkt. Folge: Aus dem sozialversicherungspflichtigen Midijob wird ein sozialversicherungsfreier Minijob wird (Geringfügigkeits- Richtlinien 2015, Teilziffer 2.2.1.7).

Vor der Entgeltumwandlung sind für den Arbeitslohn Sozialabgaben zu allen Zweigen der Sozialversicherung zu zahlen, und zwar vom Arbeitgeber und – in reduziertem Maße – vom Arbeitnehmer. Außerdem ist der Verdienst steuerpflichtig.

Was bewirkt die Entgeltumwandlung?

Sinkt der Arbeitslohn infolge der Entgeltumwandlung unter die 450 Euro-Grenze, besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

In der Rentenversicherung liegt nach neuem Recht zwar grundsätzlich Versicherungspflicht vor, doch davon kann man sich auf Antrag befreien lassen. Der Verdienst bleibt für den Arbeitnehmer vollkommen steuerfrei. Der Arbeitgeber hat Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie für Steuern in Höhe von 30 Prozent zu zahlen.

Die Entgeltumwandlung ist zulässig bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Dies ist im Jahre 2015 ein Betrag von 2.904 Euro im Jahr bzw. 242 Euro pro Monat.

Beide Seiten profitieren

Bei einer Entgeltumwandlung mit Absenken des Monatsverdienstes unter die 450 Euro-Grenze spart der Arbeitgeber seinen regulären Beitragsanteil zur Sozialversicherung und braucht nur die Pauschalabgabe von 30 Prozent abzuführen.

Der Mitarbeiter spart seinen aufgrund der Gleitzone verminderten Beitragsanteil sogar vollständig. Weiterer Vorteil ist, dass dieser Verdienst jetzt steuerfrei ist und nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden muss.

Beispiel

Stefanie verdient 560 Euro im Monat. Sie vereinbart mit dem Arbeitgeber, dass dieser aus dem Arbeitslohn monatlich 120 Euro in eine Direktversicherung einzahlt oder eine Versorgungszusage abgibt.

Nach der Entgeltumwandlung beträgt der Monatsverdienst nur noch 440 Euro, liegt damit unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro und ist für Stefanie steuerfrei und sozialversicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, falls gewünscht auch in der Rentenversicherung.

Stefanies Arbeitgeber muss die Pauschalabgabe von 30 Prozent (= 132 Euro monatlich) abführen, während der Arbeitgeberanteil vorher rund 108 Euro betrug. Stefanie spart ihren Arbeitnehmeranteil von zuvor rund 82 Euro komplett.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Warnecke

    Wenn die betriebliche Altersversorgung zur Auszahlung kommt, wird prozentual die volle Krankenversicherung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einbehalten. Dieses sollte mit genannt werden. Die Last trägt der Arbeitnehmer alleine!

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