Vorsicht bei Rentennachzahlung

Vorsicht bei Rentennachzahlung

Die Nachzahlung muss versteuert werden


Nachzahlungen von Rentenansprüchen der Vergangenheit bessern die Kassen der Rentner manchmal auch unerwartet auf. So ist die Freude groß, wenn eine zusätzliche Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung, neben den monatlichen Rentenzahlungen, eingeht. Doch Vorsicht: Auch die Nachzahlung muss versteuert werden!

Hintergrund

Die Nachzahlung ist in der Steuererklärung des Jahres zu erfassen, in dem das Geld dem Rentner zufließt, also dem Bankkonto gutgeschrieben wird. Dies haben die Richter des Bundesfinanzhofs in einem Fall bestätigt, der die Zeit des Übergangs zum Alterseinkünftegesetz im Jahr 2005 betraf. Die steuerlichen Folgen für die Klägerin waren enorm.

Der Fall

Die Rentenempfängerin hatte im Jahr 2003 eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beantragt. Erst im Jahr 2005 hat die deutsche Rentenversicherung diese Rente rückwirkend bewilligt und ausbezahlt. Also in dem Jahr, in dem die Rentenbesteuerung revolutioniert wurde. Das Finanzamt besteuerte die Nachzahlung entsprechend der neuen Regelung. 50 Prozent der Renteneinnahmen wurden versteuert.

Wäre die Rente ein Jahr zuvor ausbezahlt worden, hätten lediglich nach dem alten Recht vier Prozent der Rente versteuert werden müssen. Die Klägerin war der Auffassung, da es sich um eine Rente aus der Zeit vor 2005 handelt und sie keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Auszahlung hatte, müsse hier nach altem Recht nur vier Prozent der Einnahmen versteuert werden.

Dies sahen das Finanzamt und die Richter anders. Bei Rentenzahlungen ist immer der Zeitpunkt des Zuflusses entscheidend. So ist die gesetzliche Neuregelung auf alle gesetzlichen Rentenzuflüsse anzuwenden, die ab 2005 gezahlt werden.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen X R 1/10

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