Wann liegt eine Berufskrankheit vor?

Wann liegt eine Berufskrankheit vor?

Werbungskosten oder Krankheitskosten


Nicht jede Erkrankung, die auf die Arbeit bzw. den Beruf zurückzuführen ist, ist eine Berufskrankheit. Als Berufskrankheiten gelten nur solche Krankheiten, „die durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“.

Das Urteil

Das Verwaltungsgericht Aachen hat bei einer Finanzbeamtin, die durchweg am Computer arbeitet, deren Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt (VG Aachen vom 14.4.2011, 1 K 1203/09). Nach Auffassung der Richter ist die intensive Arbeit am Computer mit Maus und Tastatur Ursache der mittlerweile chronischen Sehnenscheidenentzündung.

Im arbeitsmedizinischen Gutachten eines Universitätsprofessors wurde die Verbindung zwischen der Tätigkeit der Beamtin am Computer und ihrer Erkrankung festgestellt. Die Beamtin hat aufgrund der Anerkennung ihrer Krankheit als Berufskrankheit Anspruch auf sog. Unfallfürsorgeleistungen. Diese können im Einzelfall ein höheres Ruhegehalt, besondere Kosten der Heilbehandlung oder die Erstattung von Sachschäden umfassen.

Tipp: Aufwendungen aufgrund einer typischen Berufskrankheit sind in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten absetzbar. Der Abzug als Werbungskosten hat erhebliche Vorteile: Zum einen wird hier – anders als bei außergewöhnlichen Belastungen – keine zumutbare Belastung angerechnet. Zum anderen fallen die Krankheitskosten nicht – wie bei außergewöhnlichen Belastungen – „unter den Tisch“, falls die Aufwendungen höher als die Einnahmen sind. Dann führen sie zu negativen Einkünften, die im Wege des Verlustabzugs in das Vorjahr zurück- oder in das Folgejahr vorgetragen werden können.

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