Wann lohnt sich freiwillige Steuererklärung

Wann lohnt sich freiwillige Steuererklärung

Die Mühe kann sich lohnen


Müssen oder möchten Sie eine Steuererklärung abgeben? Nicht alle Arbeitnehmer haben die Pflicht. Viele sind von dieser Last befreit. Doch die Mühe kann sich lohnen. Vielleicht zahlt Ihnen Ihr Finanzamt Lohnsteuer zurück. Vor Weihnachten wäre das ein willkommener Geldsegen.

Und vor Weihnachten sollten Sie sich die Mühe machen. Für den Fall, dass Sie schon ein paar Jahre keine Erklärung mehr abgegeben haben, lassen Sie die Steuersoftware Ihre Steuererstattung für ein Jahr ermitteln. Wenn Ihnen die Zahlen gefallen, können Sie noch bis zum 31.12.2012 Anträge für die Jahre 2008, 2009, 2010 und 2011 beim Finanzamt einreichen. In der kommenden Silvesternacht verjährt das Jahr 2008, soweit keine Pflicht zur Abgabe eine Einkommensteuererklärung besteht.

Festsetzungsfrist

Verjährung bedeutet, die Festsetzungsfrist ist abgelaufen, eine Erklärung ist jetzt nicht mehr möglich. Die Festsetzungsfrist beträgt grundsätzlich vier Jahre. Sie beginnt in Fällen, in denen keine Erklärungspflicht besteht, mit Ablauf des betreffenden Jahres.

Anders sieht es aus, wenn eine Steuererklärung abgegeben werden muss. Dann beginnt die Frist spätestens mit Ablauf des dritten Jahres, das auf das betreffende Kalenderjahr folgt. Der Beginn der Festsetzungsfrist zur Abgabe einer Erklärung kann sich dann um bis zu drei Jahre verlängern.

410-Euro-Grenze

Eine Pflicht zur Abgabe einer Erklärung kann dann entstehen, wenn neben den lohnsteuerpflichtigen Einkünften als Arbeitnehmer noch andere positive Einkünfte von mehr als 410 EUR im Kalenderjahr nebenbei verdient werden. Dies kann zum Beispiel aus einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit sein.

Auch wenn steuerfreie Einkünfte  über 410 EUR erzielt wurden, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, ist eine Erklärung einzureichen.

Die 410-Euro-Grenze ist überschritten, wenn die positive Summe der nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegenden Nebeneinkünfte 410 EUR übersteigt. Vor dem Jahressteuergesetz 2007 galt die 410-Euro-Grenze auch als überschritten, wenn die negative Summe der Einkünfte 410 EUR überschritten hat, wenn also Verluste von über 410 EUR in einem Jahr vorlagen.

Private Veräußerungsgeschäfte

Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften dürfen nicht von anderen positiven Einkünften abgezogen werden, wenn es um die Ermittlung der 410-Euro-Grenze geht. Dies haben die Richter des Finanzgerichts Köln entschieden.

Hinweis

Gegen das Urteil des Finanzgerichts Köln (Aktenzeichen 5 K 1853/07) wurde Revision eingelegt. Deshalb legen Sie als Betroffener Einspruch gegen Ihren Einkommensteuerbescheid ein. Beantragen Sie „Ruhen des Verfahrens“ mit dem Hinweis auf das anhängige Verfahren beim Bundesfinanzhof mit dem Aktenzeichen VI R 22/11.

Verfügung der Oberfinanzdirektion Frankfurt, S 2270 A – 11 – St 216

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