Warten auf den Steuerbescheid

Warten auf den Steuerbescheid

Mit Tricks zur schnelleren Erstattung


Pünktlich am 31. Mai lag Ihre Steuererklärung im Briefkasten des Finanzamts. Doch seit dem: Nichts. Kein Mucks mehr vom Fiskus – und Sie warten seit Monaten auf die Erstattung. Wie Ihre Erklärung schneller bearbeitet wird.

Erziehungsmaßnahmen des Fiskus

Das Finanzamt hat so einige Methoden im Petto, um Steuerzahler zu erziehen: Verspätungszuschläge beim verspäteten Einreichen der Steuererklärung, Säumniszuschläge beim verspäteten Zahlen der Steuern, Zwangsgelder bei Nichteinreichen von Fragebögen usw..

Gegen den Verstoß von staatlichen Fristen kennen Beamte meist keine Gnade. Doch was, wenn man selbst auf die Bearbeitung der Steuererklärung wartet?

Langes Warten nicht die Regel

Um eines direkt klarzustellen: Die Mehrzahl der eingereichten Steuererklärungen wird innerhalb von sechs bis acht Wochen nach Eingang bearbeitet. Und bevor der Bescheid in Ihrem Briefkasten landet ist auch meist schon die Erstattung auf dem Konto.

Doch wie überall gibt es auch im Finanzamt langsame Bearbeiter. An offizielle Bearbeitungsfristen sind sie nicht gebunden. Verwaltungsakte müssen lediglich „in angemessener Zeit“ erledigt werden. Entsprechend dieser schwammigen Aussage haben Sie somit kein Recht auf sofortiges Handeln Ihres Sachbearbeiters.

Was Sie tun können

Sie warten bereits seit mehr als einen Monat auf die Bearbeitung Ihrer Steuererklärung? Scheuen Sie sich nicht: Rufen Sie Ihren persönlichen Bearbeiter an und fragen freundlich nach dem Bearbeitungsstand.

Ihr Sachbearbeiter kann Ihnen keinen triftigen Grund für die Verzögerung nennen? Vielleicht hilft ein Brief an seinen Vorgesetzten, dem Sachgebietsleiter, etwas. Doch Vorsicht: Wer findet es schon toll, bei seinem Chef angeschwärzt zu werden? Genauere Nachfragen zu bestimmten Eintragungen in Ihrer Erklärung sollten Sie daraufhin nicht verwundern.

Sollten Sie auch noch nach einem halben Jahr keinen Steuerbescheid erhalten haben, können Sie eine Untätigkeitsklage beim Finanzgericht einreichen. Dies ist jedoch als das allerletzte Mittel zu verstehen, um beim Finanzamt etwas zu bewegen. Ihr Sachbearbeiter hat nämlich bei all seinen Entscheidungen einen Ermessungsspielraum. Dass er in den folgenden Jahren bei einer 50:50-Frage dann eher gegen Sie entscheidet, dürfte klar sein.

Sie haben noch etwas Zeit?

Wenn Sie nicht auf die Erstattung angewiesen sind, lassen Sie Ihrem Sachbearbeiter einfach weiterhin Zeit. Denn für jeden verbummelten Monat erhalten Sie 0,5 % des Erstattungsbetrages verzinst – soviel wie bei keiner Bank!

Die Zinsfrist beginnt 15 Monate nach Ende des Veranlagungszeitraums. Für Ihre Steuererklärung 2013 bedeutet das: Ab April 2015 erhalten Sie den Erstattungsbetrag verzinst. Wer sich also nun noch ein paar Monate geduldet, kann einen sagenhaften Rekordzins auf seinem Konto verbuchen.

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